Teenage Dream: Panic! at the Disco, 15.11.2016 Docks

Ich muss gestehen als ich hörte, dass Panic! at the Disco wieder ein neues Album rausgebracht hätten, war ich nicht annähernd so begeistert, wie ich es noch vor zehn Jahren gewesen wäre. Schon vor drei Jahren hatte ich es mit Release von Too Weird to Live, Too Rare to Die! versucht mich wieder in die Musik einzuhören, aber keines der zehn Lieder hat es geschafft mich einzufangen, nicht mal das, vom Rest der Fangemeinde, so gefeierte "Girls/Girls/Boys".

Anfang diesen Jahres jedoch hatte ich mich satt gehört an Hip-Hop und an der Justin Bieber Playlist im Büro. Ich konnte keine neuen Sachen mehr ertragen. Also durchforstete ich kurzerhand die Emo-Post-Hardcore-Metal-WasweißichwasdasallesfürGenressind Welt von Spotify und erstelle mir meine eigene, musikalische Rettungsweste. Ganz vorne mit dabei, ganz klar, "I write Sins not Tragedies". Und plötzlich hatten sie wieder meine Aufmerksamkeit. Zwei Klicks später hatte ich das neue Album auf den Ohren und nach zwei weiteren Stunden des Auf- und Abhörens mindestens vier Ohrwürmer.


Warum also nicht einfach aufs Konzert gehen, dachte ich mir. Einfach mal den Teenager Traum erfüllen. Einfach noch mal kurz 14 sein. Einmal ganz kurz nur Brendon Urie anschmachten *räusper*. 3, 4 Klicks und einen riesigen Gefallen einer lieben Bekannten später und da waren sie, die Plätze auf der Gästeliste des ausverkauften Konzerts. Ich will jetzt nicht sagen, dass meine Mitbewohnerin und ich ein bisschen ausgerastet sind. Eigentlich nur ich. Aber doch, bin ich.

Am liebsten hätte ich schon Stunden vorher zusammen mit Mareke ein Sixer Bier geleert, uns zusammen fertig gemacht, laut in der Wohnung mitgesungen, so wie man das mit 14 halt gemacht hätte, doch nach einem 9 Stunden Tag im fritzigen Büro war das leider nicht mehr möglich. So stiefelten wir aber gemütlich zum Docks und waren relativ pünktlich zum Einlass vor Ort, konnten entspannt die Jacken abgeben und ein Bier an der Bar ordern. Wir suchten uns einen Stehplatz etwas weiter hinten, von dem selbst wir mit unserer Größe noch etwas sehen konnten und unser Trommelfell nicht direkt beim Schrei der Mädchen in der ersten Reihe reißen würde. Es standen auffällig viele Mütter und Väter in unserer Nähe und nach einer Weile gesellte sich sogar ein dänischen Mutter-Töchter Trio zu uns.

Die Vorband war unerwartet gut und poppiger als wir dachten. Tiger Town aus Australien machten ordentlich Stimmung und jede Minute freuten wir uns mehr. Zwei, dreimal entfloh ein "Krass, ich bin wirklich auf einem Panic! at the Disco Konzert." meinem Mund und dann ging es endlich los. Dafür dass meine Einleitung so lang war, halte ich mich jetzt kurz: die Show war super. Die Jungs haben Gas gegeben und es hat wirklich Spaß gemacht zuzuschauen. Nach ziemlich genau 58 Minuten allerdings war das ganze Spektakel auch schon wieder zu Ende. Ich schaute mich verwirrt zu Mareke um, die mir mit einem Nicken bestätigte, dass jetzt wirklich gleich schon die Zugabe kommen würde.

Schnell mit "I write Sind not Tradgedies" abgehandelt, anderthalb Lieder hinterher geschoben und dann zack, zack runter von der Bühne. Die Band um Brendon Urie zogen ihr Programm so schnell durch, dass ich im Anschluss das Gefühl hatte selbst auf der Bühne gearbeitet zu haben, so gestresst empfand ich die Stimmung. Keine Kommunikation mit dem Publikum, keine gespielten Freundlichkeiten, kein "Hamburg, ihr seht so gut aus.", keine Zeit verschwenden.

Die sehr gehetzte Atmosphäre gab mir mehr und mehr das Gefühl, ich hätte mir meinen Teenager Traum auch lieber als Teenager erfüllen sollen. Das mag auch vielleicht so sein, dennoch freu ich mich, dass ich das Ganze gesehen und miterlebt zu haben, mir meine Ohren zugehalten zu haben, weil die 1.200 Mädels und Jungs im Docks so laut geschrien haben, als wären es 15.000 Menschen in der Barclaycard Arena. Und, ich zitiere mich selbst "bin ich offiziell alt, wenn ich den Frontsänger heiß finde, obwohl er mittlerweile Geheimraatsecken hat?"


Bild via Facebook

Kommentare :

  1. Ich war auch bei einem Konzert von ihnen, aber in München, es war auch mein erstes Konzert von denen. Mir hat es an sich auch sehr gut gefallen, fand es aber auch sehr kurz und schnell durchgezogen. Ich glaube bei uns hat er etwa zwei Sätze gesagt, einmal, als er einen Song angesagt hat und einmal ein "Ich hoffe wir sehen euch bald wieder.", aber mehr auch nicht. Fand ich etwas schade, vor allem, weil er bei anderen Auftritten z.B auf Festivals oder bei älteren Touren einigen Aufnahmen auf Youtube nach, dann doch einiges mehr sagt.
    Ich glaube, es gibt genug Teenies, die ihn auch heiß finden. :D
    Liebe Grüße,
    Thi

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  2. Sau cool! Hab die früher auch gehört und cool gefunden war aber nie ein wirkliches Fangirl oder so heiß drauf auf ein Konzert von ihnen zu gehen.

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