Inspireland: Von Howth und Maut

An unserem vorerst letzten Morgen in Dublin möchte ich eigentlich gerne noch einmal in die Stadt, um die Bibliothek der Universität zu besuchen unser dann doch sehr knappes Zeitfenster belehrt mich dann aber doch eines Besseren. Am Abend zuvor hatten uns Jason & Freddy, unsere zauberhaften Airbnb Hosts geraten im Brazen Head frühstücken zu gehen. Der kleine Pub gilt als ältester Pub Irlands, oder zumindest Dublins, oder zumindest behauptet er das von sich. Da wir gerade mal fünf Minuten zu Fuß brauchen, sind wir bereits vor Öffnung des Pubs dort. Ein bisschen zu früh, sogar für unseren deutschen Geschmack und weil mir das schon fast etwas unangenehm ist, laufen wir noch ein paar Meter an der Liffey entlang, um die Zeit zu überbrücken. Als sich die Tore öffnen, sind wir die ersten. Die Besitzer, sichtlich noch etwas verschlafen von der letzten Nacht, kümmern sich jedoch herzallerliebst um uns und das Frühstück - irisch - schmeckt uns ganz ausgezeichnet. An den Wänden hängen unzählige Geldscheine, beschriebene Servietten, Polizeiabzeichen und andere Mitbringsel aus der ganze Welt und wir fühlen uns auf Anhieb wohl.

Gelobt sei die deutsche Pünktlichkeit.

Nach dem ausgiebigen Frühstück fahren wir wieder an den Flughafen, um unseren Mietwagen für die nächste Woche abzuholen. Ein paar Minuten früher ankommen, das kennen wir ja schon von heute morgen, mag in Deutschland ganz normal  sein, frei nach dem Motto "Lieber zu früh, als zu spät". In Irland bin ich mir da allerdings nicht ganz sicher, denn hier heißt "Ich bin um 9 Uhr da" auch manchmal einfach 10:30 Uhr, oder auch mal gar nicht, also warten wir wieder und vergnügen uns mit den Dublin Bildern der letzten Tage.

Unseren Mietwagen haben wir im Vorfeld über grüne-insel gebucht, die alles weitere mit Dooley's vor Ort geklärt haben. Neben dem grün geschmückten Tresen, hinter dem ein roter Haaransatz hervorlugt sitzen Sixt, Avis, Hertz und Co. Wir scheinen bei dem einzig wirklich irischen Autoverleiher gelandet zu sein. Bei der Übergabe gibt es keine Probleme und wir werden sogar mit ein paar Sätzen gebrochenem Deutsch begrüßt. Doch als wir endlich vor unserem Wagen stehen, macht mein Herz einen kleinen Aussetzer. "Das ist aber ein ganz schön großes Auto!" Ist es nicht. Bloß für irische Verhältnisse. Für die Verhältnisse der engen Straßen, die auf uns warten. Ich muss kurz schlucken, das Ausleihformular ist aber schon unterschrieben und so gibt es kein Zurück mehr für uns und unseren Kadjar.

I need Vitamin Sea.

Diesen Gedanken schiebe ich jedoch für die nächsten Stunden beiseite. Die erste Strecke führt uns nämlich über die irische Autobahn und wirklich okaye Straßen bis nach Howth. Eigentlich zieht uns unsere Route weiter in den Süden und vor allem weiter westlich, doch nach dem Trubel der Großstadt, brauchen wir dringend erst mal ein bisschen Meer. Gerade mal 20 Minuten brauchen wir bis in die kleine Hafenstadt vom Flughafen aus. Dank dem netten Autoverleiher wissen wir nun auch ganz genau, wie wir die Mautgebühren zu bezahlen haben, nur irgendwie nicht so richtig, wie oft.

In Irland gibt es nicht viele Autobahnen und nur auf wenigen Strecken gibt es eine Mautpflicht. An einigen Stellen fährt man, wie auch in anderen Ländern, durch Schranken hindurch und bezahlt den Betrag direkt vor Ort. Für einige Straßen kann die sogenannte Toll jedoch nur an ausgewiesenen Verkaufsstellen oder online gezahlt werden. Wir entscheiden uns gleich ein paar Einheiten online und im Voraus zu bezahlen, um später nicht in Verzug zu kommen. Auf eFlow geht dann alles sehr selbsterklärend und schnell. Als wir den Mietwagen eine gute Woche später wieder zurückgeben, sieht die Autovermietung ganz genau welchen Betrag wir zahlen müssen und wir atmen auf. Wir haben sogar ein bisschen zu viel gezahlt, aber die 3 € sind zu verkraften.

An den Stellen, wo die Mautgrenzen beginnen, wird jedes Auto und damit das Kennzeichen "geblitzt". So wird registriert was man zahlen muss. Man gibt dann online einfach nur noch die Kennziffer des Autos ein, die man auf dem Mietvertrag ablesen kann und kann direkt mit Kreditkarte bezahlen. Für alle Iren und Leute, die öfters auf den mautpflichtigen Straßen unterwegs sind, lohnt es sich wahrscheinlich direkt einen Account bei eFlow zu erstellen, um immer selbst sehen zu können, ob noch eine Zahlung aussteht.

Als wir unseren Renault Kadjar auf einem kleinen Parkplatz in Howth abstellen, fängt es gerade zu regnen nieseln an. Was an sich und von der Menge her nicht schlimm wäre, macht der Wind, der uns beinahe die Füße unter den Beinen wegweht ein bisschen unangenehm. Aber wir stehen endlich am Wasser, endlich am Meer und können den Ausblick auf Ireland's Eye, eine kleine Insel direkt vor der Bucht genießen. Das macht alles wieder wet. In Dublin hatten wir uns zuvor in einem SPAR mit Proviant eingedeckt, den wir zurück im Auto anbrechen. Gerne würden wir noch länger bleiben, die Klippen von Howth bewundern, noch länger am Hafen entlang spazieren und uns in einem gemütlichen Restaurant niederlassen. Allerdings ist es bereits 17 Uhr und unser Plan ist es noch bis nach Cork runter zu fahren. Auch das werfen wir gleich wieder über den Haufen und entscheiden uns in Kilkenny einzukehren - Fatalster Fehler unserer Reise, doch davon mehr im nächsten Teil...



1 Kommentar :

  1. Uiii meine süße Maribel ❤ Ich liebe diesen Post! Da kommen soviel Irlands-Erinnerungen hoch - toll! Vorallem weil ich bei unserem Irland-Besuch mich so in Howth verknallert habe, ich finde das ist einer der schönsten Fleckchen auf der grünen Insel! Ich musste auch echt schmunzeln, weil wir damals unsere Hütte auf der gleichen Webseite gebucht haben und das war die beste Entscheidung EVER! :D Ich fand das Wetter in Howth auch so krass, ich glaube wir hatten an einem Tag 3x Regen und 3x Sonnenschein - Irland eben ;D Danke für den schönen, grünen Post meine Liebe ❤

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