Was ich auf Reisen fürs Leben lernte: Reisen heilt Wunden

Das größte Verlangen, ein tiefer Schmerz, eingeschnappt sein, gebunden sein, die schlimmsten Entscheidungen und pure Trauer, das alles scheint so weit entfernt, wenn du auf Reisen bist. Lass dein Handy im Koffer liegen, setz dir die Kopfhörer mit deiner Lieblingsmusik auf, schließe die Augen und atme einmal ganz tief ein und wieder aus. Wenn du die Augen wieder aufmachst, siehst du nur das Meer vor dir, die Weiten des Ozeans, die hohen Klippen, auf denen die Papageientaucher gerade Anlauf nehmen, um fortzufliegen. Da bist nur du und das Meer. Nur du und das Land, in das du gerade gereist bist. Es hat dich aufgenommen, ganz genau so wie du bist, ohne Vorurteile und ohne lästige Fragen. Es weiß immer ganz genau, wann es laut sein darf und wann es still sein muss. Dieses Land ist wie ein guter Freund, den du nicht oft siehst, aber bei dem du dich aufgehoben fühlst, bei dem du nicht von neuem anfangen musst zu erzählen.


Dirty old Town: Dublin

"Bedrängt man mich um ein Urteil, sage ich sie sei elegant." So zog sich schon Jane Austen's Emma aus der Affäre, ging es darum ein ehrliches Urteil über eine furchtbare Frau abzugeben. Zugegeben, so schlimm steht es nicht um mich um Dublin, doch wer den Rest und vor allem die Südwestküste kennengelernt hat, ist sich deren Vorzüge auch einfach bewusst. Merke: Großstadt ist Großstadt.

Ich kann euch beruhigen. Dublin, oder Baile Átha Cliath (dt. "Stadt an der Hürdenfurt") wie es im irischen heißt, ist eine tolle Stadt. Sie hat Charme und vielviel Geschichte. Doch an der irischen Hauptstadt sieht man schnell, dass das Land viele Jahrzehnte lang sehr, sehr arm war. Viele Gebäude sind, auch mitten in der Stadt, heruntergekommen und verlassen - aber eben auch das trägt zum Charme und zur Ehrlichkeit der Stadt bei. Doch ganz anders als hier zulande werden die Häuser dort nicht wild voll gesprayt. Straßenkunst ist in Irland etwas sehr geplantes und oft sieht man die allerschönsten Bilder an den unerwartetsten Orten.


Musik & Du. 019 - Juli 2016 - Back in time

Hey Partypeeps, ich hab es letzten Monat einfach wieder nicht geschafft. Aber Urlaub und Leben waren dann irgendwie doch wichtiger. Dafür geht es diesen Monat wieder mit einem freshen Thema weiter - ihr merkt, ich bin motiviert. Und ich hoffe das bleibt erst mal so. Je weniger ich schreibe, desto weniger Lust zum Schreiben habe ich, zumindest kommt es mir so vor und das möchte ich auf jeden Fall ändern. Nicht nur hier, auch bei meinem vergnügten Magazin und vor allem auch privat. Erst in Irland, beim Schreiben meines Reisetagebuchs, ist mir wieder aufgefallen, wie sehr mir jeder einzelne Buchstabe fehlt.


Wie oft sitzen wir an einem verregneten Abend alleine am Rechner, stoßen mit Bier mit uns selber an und kramen in den Tiefen unserer externen Festplatten? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei mir passiert das verdammt oft. In 99 von 100 Fällen finde ich dann alte Bilder, Texte, Lieder, die lange verloren geglaubt waren. Gerade bei Musik verbindet man ganz schnell eine gewisse Zeit, ein Jahr oder eine Reise mit dem einzelnen Song. Es gleicht fast schon einer Zeitreise.