Spoiler-Review Star Wars: Das Erwachen der Macht

ACHTUNG SPOILER!
Ihr habt es euch gewünscht, aber ohne Spoiler geht das nun mal nicht.

Als ich am 17. Dezember um irgendwas mit 3 Uhr aus dem Kino schlurfe, bin ich ein bisschen enttäuscht, überfordert und komplett voll von diesen ganzen Eindrücken. Ich hatte mir natürlich doch mehr Erwartungen gestellt, als ich wollte. Im Laufe des nächsten Tages, der restlichen Woche und der gesamten nächsten Zeit bessert sich mein Empfinden über diesen neuen stetig. Und dann sitze ich genau einen Monat später erneut im Kino und freue mich wie ein kleines Kind, klatsche, lache, weine. Nach dem zweiten Mal schauen geht das hier viel objektiver – meine Meinung zum neuen Star Wars Film: Das Erwachen der Macht.

Würde ich alles genau so aufschreiben, wie es in meinem Kopf ist, würdet ihr hier morgen noch dran lesen. Deswegen versuche ich mich aufs wesentliche zu konzentrieren, ein paar Sachen rauszulassen und das ganze ein bisschen in Themen aufzuteilen. Das hier wird SEHR LANG. Aber es noch mal aufzuteilen lohnt sich nicht. Also schmeißt am besten die Spotify Playlist dazu an (Rey's Theme <3), macht es euch gemütlich und los geht's.



Kylo Ren

Der neue Bösewicht scheint zu Anfang super bedrohlich und macht direkt klar, was er in Sachen Macht so drauf hat. Ein neu entwickeltes Laserschwert, Lasergeschosse mal eben in der Luft stoppen – Respekt. Dass er eigentlich Ben Solo heißt und der Sohn von Han und Leia ist, hatte ich mir fast gedacht. Zumindest dass ein Kind der beiden eine Rolle spielen wird. Aber ich war extrem gespannt, wer sich nun unter der Maske verstecken würde. Ich habe mir, anders als andere, so gut wie nichts angesehen oder durchgelesen, weil ich einfach komplett überrascht werden wollte und das wurde ich. Unter der Maske befindet sich ein grimmig dreinblickender Adam Driver, den ich vorher noch nicht wirklich kannte. Ja, er ist noch jung. Ja, er ist ein „unfertiger“ Bösewicht und so soll es ja auch sein, aber spätestens als er mit dieser hellen, deutschen Synchronstimme sagt „Ich bin innerlich zerrissen.“ musste ich einfach lachen. Auch beim zweiten Mal schauen, wurde das nicht besser. Ein drittes Mal in Englisch wird also noch stattfinden. Trotzdem bin ich sehr gespannt, was er in den nächsten Teilen noch so vorhat, inwiefern er noch mächtiger werden kann und ob er vielleicht doch noch zum guten bekehrt wird, trotz Ermordung seines Vaters? Adam Driver spielt das wirklich verdammt gut und ich glaube da steckt noch 10 Mal so viel Potential drin.


Rey

Frauenpower hoch 27. Rey alias Daisy Ridley ist großartig. Ganz viel Liebe für diese Frau. Während des Films dachte ich mir einfach immer wieder: „Woher weiß und kann die das bitte alles?“ aber wer so lange alleine, ohne Familie auf einem Planeten haust, hat ne Menge Zeit sich auszuprobieren. Viel wichtiger und mysteriöser ist die Frage: Wer ist denn ihre Familie? In der Sequenz, als sie von Luke’s Laserschwert gerufen, einige Dinge sieht, bekommt man noch einmal ganz genau mit, wie sie verlassen wird. Warum wird da noch einmal so drauf hingewiesen? Einige grübeln darüber nach, ob nicht sogar Luke ihr Vater sein könnte und sie zum Schutz auf Jakku gebracht hat. Ich bin da sehr geteilter Meinung. Es könnte auf der einen Seite stimmen, auf der anderen Seite ist für Rey die ganze Geschichte um Luke und die Jedis wie eine Legende. Als sie auf Jakku gelassen wird ist sie sicher schon 4 oder 5 – könnte sie sich dann an nichts mehr erinnern? Daisy spielt ihre Kollegen alle auf jeden Fall in den Schatten und ich hab extrem Bock auf ganz viel Laserschwert Action in den nächsten Teilen. Eine weibliche Hauptrolle und dann noch als Jedi – das ist einfach abgefahren genial.

Finn

Bei FN-2187 war ich anfangs sehr skeptisch. Was soll das für eine Geschichte sein von einem Sturmtruppler, der sich etwas anderes für sein Leben vorstellt? Im Film bekommt man dann raus, dass er ebenfalls als Kind schon seinen Eltern entrissen wurde und sich das gar nicht aussuchen konnte – umso besser, dass endlich mal jemand da abspringt. John Boyega ist witzig, tapfer und passt da wirklich super rein. Am Ende des Films wird er verletzt, doch ich bezweifle, dass ihn das im nächsten Film wirklich einschränken wird. Ich meine Metall-Hände sind ja immer gern gesehen in Star Wars Filmen, jedoch glaube ich nicht, dass es bei ihm ein Metall Rücken wird. Wahrscheinlicher ist doch, dass er wieder komplett gesund wird.


Han, Leia und Luke

Oh was habe ich gejubelt, als Han Solo und Chewbacca endlich wieder zurück auf den Millennium Falken waren. Harrison Ford bekommt noch mal eine richtig große Rolle und genügend Spielraum um sich zu beweisen. Hier bekommen wir eine ganze Menge Fan Service, der mir beim zweiten Mal schauen viel besser platziert und gar nicht mehr so übertrieben vorkam. Dass Han von seinem eigenen Sohn umgebracht wird kam überraschend, aber auch irgendwie nicht überraschend. Ich habe Rotz und Wasser geheult im Kino. Irgendwie hatte man immer das Gefühl, dass er halt irgendwo noch rumfliegt. Dass es Han Solo nicht überlebt hat ist extrem dramatisch für das Star Wars Universum, aber irgendwie hat es auch zur Geschichte gepasst. Man hat wirklich gemerkt, dass Ford auch nicht mehr jünger wird und trotzdem passte er besser in diese Welt, als irgendjemand sonst.

Carrie Fischer sieht sehr großmütterlich aus und das steht ihr so gut. Natürlich kann man nach einer kleinen Drogenkarriere und über 30 Jahren nicht mehr so aussehen, wie in den alten Episoden, aber das tut ihr keinen Abbruch. Leia dient weiter als General und zieht die Fäden in der Zentrale des Widerstandes. Es gibt wahrscheinlich keinen besseren Platz für unsere alte Heldin.

Luke steht am Ende auf der grünen Insel (Skellig Michael, an der Westküste von Irland übrigens.. Auf der Insel lebten früher Mönche und ich hab sie bisher zweimal vom Festland aus betrachtet, da der Wellengang immer zu heftig war um überzusetzen – dieses Jahr schaffe ich das ganz sicher da rüber!!) als Rey ihn findet. Mark Hamil sieht meiner Meinung nach am ältesten von den dreien aus, aber hat einfach immer noch diesen typischen Luke Blick drauf – natürlich, er ist es ja auch. Mit seinem Bart hat er ein bisschen was von Alec Guinness, der den alten Obi-Wan Kenobi spielt. Ich bin extrem auf die nächste Episode mit Luke gespannt und hoffe, dass er eine große Rolle spielen wird.

Die Droiden

Star des Filmes ist natürlich der kleine BB-8 der einfach zuckersüß daher kommt. Im Gegensatz zu R2-D2, wirkt er wirklich um einiges kindlicher, aber auch hier passt es wieder. Das hier ist eine neue Generation Star Wars und da darf ein neuer Droide eben nicht fehlen. Er stiehlt R2 keinesfalls die Show, er knüpft nur perfekt an.

R2 wird von BB-8 aufgeweckt und spielt im gesamten Film keine große Rolle, doch ist er am Ende wieder der Retter, der den Rest von Luke’s Karte bei sich hat. Auch C-3PO hat einige Zeilen, bei denen man wieder Schmunzeln muss. Ich finde es wirklich schön, dass die beiden bei Leia geblieben sind und sicher auch in den nächsten Teilen hier und da zum Einsatz kommen werden. Was wäre Star Wars ohne die beiden?


Die Story und meine Ängste

Hiermit habe ich es mir am schwersten getan. Wie ich schon oft gesagt habe, ist dieser 7. Teil für mich einfach der Abschied der alten Star Wars Generation und die Einführung der jungen in die „Gesellschaft“. Betrachtet man es von dieser Seite, ist es absolut in Ordnung, dass der Aufbau der Geschichte im Grunde von Episode 4 – 6 herrührt. Es gibt (schon wieder) einen Todesstern (lernen die eigentlich nie aus?) und die Rebellen, pardon, der Widerstand findet die Schwachstelle und zerstört die Star Killer Basis. Es gibt Vater-Sohn-Probleme, der Millennium Falke zeigt, was er drauf hat und der Bösewicht hat noch nicht genug. Das hört sich sehr abgedroschen und vielleicht abwertend an, soll es aber gar nicht sein. J. J. Abrams meinte, er könne nur verlieren, aber dadurch, dass er die Strukturen eines erfolgreichen Star Wars Filmes hinzugezogen hat, hat er eigentlich nur gewonnen. Denn genau so hat ein Star Wars Film zu sein und nicht anders. Die nächsten Episoden sollten aber jetzt mit einer eigenen, neuen Geschichte anfangen. Denn jetzt ist, wie schon gesagt, die neue Generation dran.

Dass ich anfangs enttäuscht war, hing viel damit zusammen, dass mich die Eindrücke während der Mitternachtspremiere einfach extrem überrumpelt haben. Jetzt kann ich nur sagen: Dieser Film ist wirklich, wirklich gut und ich freue mich auf die nächsten Teile. Ich bin so gespannt die Hintergrund Geschichte zu erfahren, wer ist dieser große Anführer Snoke wirklich? Was haben die „Knights of Ren“ so drauf? Was haben Luke und Maz Kanata zu erzählen? So viele Fragen, auf die ich erst 2017 Antworten bekommen werde.

Was mir generell ein bisschen Angst macht, ist dass Disney ankündigte, es gäbe erst mal kein Ende. Sitze ich also dann irgendwann mit 80 im Kino und warte auf den Beginn von Episode 284? Ich hoffe nicht. Alles was nach Episode 9 (und eigentlich auch schon jetzt teilweise) passieren wird,wird pure Ausschlachtung sein. Das wäre wie ein 8. Teil von Harry Potter, geschrieben von jemand anderem als Rowling – versteht ihr? Macht mir diesen Star Wars Zauber bitte nicht kaputt, in Ordnung Disney?


Wie erging es euch? Seid ihr auch schon so gespannt auf Episode 8?
Möge die Macht mit euch sein!

Kommentare :

  1. Hey Maribel!
    Super Review, ich fand den Film auch so gut! Und Daisy Ridley war echt außergewöhnlich als Rey, ich freue mich einfach so so sehr dass wir eine weibliche Hauptfigur haben die den Kids als rolemodel dienen kann :') hoffentlich ist es dann bald endlich mal aus mit dem "Star Wars ist für Jungs"-Quatsch! (Was wie gesagt Quatsch ist, sich aber leider in den Köpfen vieler Kinder im Kindergarten heutzutage so festsetzt). Ich war auch zwei mal im Kino und habe beim zweiten mal VIEL mehr geheult als beim ersten, ich glaube beim ersten mal hat einen das alles noch so erdrückt dass man gar nicht auf alles reagieren konnte :D. Das mit Han hatte ich blöderweise dank irgendeinem Troll, der das bei Instagram unter ein Foto geschrieben hat, schon gelesen also weiß ich nicht, wie ich unwissend reagiert hätte...

    Ich habe übrigens auch einen Review des Films geschrieben, allerdings auf Englisch auf meinem noch relativ neuen Blog ( hobbitinhogwarts.blogspot.de )... kannst ja mal reinlesen wenn du Bock hast. Würde mich freuen :)

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    1. Da werd ich auf jeden Fall mal reinlesen :) Danke für deinen lieben Kommentar! ♥

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  2. Da schließe ich mich an - Super Review! Ich kenne einige Hardcore Star Wars Fans, die nach dem Film mega enttäuschend waren. Lag mit Sicherheit auch an der unermesslich hohen Erwartungen. Ich fande den Film super unterhaltsam, witzig - ohne albern zu sein, spannend und echt gelungen. Dass die Story recht bekannt war, fand ich gar nicht weiter störend. Nur Kylo Ren war nicht so überzeugend. Sicher hat er Potential - aber wenn man den großen, fertigen Gegenspieler erwartet hat, ist das doch ziemlich verpufft.

    @Tanja: Ich war unwissend, was mit Han passieren würde und war sehr geschockt. Das ging so schnell und Han Solo ist doch Han Solo!

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  3. Schnucki ❤ Es tut mir unglaublich Leid, aber ich gehöre leider zu den Frauen, die mit Star Wars nichts anfangen können .__. deswegen kann ich dazu auch leider nix sagen - ABER: Ich wollte loswerden wie zuckersüß du aussiehst mit der Frisur von... warte...Leia? Ja, Leia... oder? :D Aahh ich blamier mich hier sicher gerade. Das wollte ich nur loswerden, du siehst süß aus und ich geb dir auf jedenfall ein High-Five auf unsere gemeinsame Harry-Potter-London-Irland-Liebe :*
    Ich drück dich ❤

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Ich freue mich über ganz viel Liebe, auch über ernst gemeinte Kritik und alles dazwischen <3
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