"Bloggen ist harte Arbeit." - Halt die Fresse!

Es mag die/den ein oder andere/n geben, der mit dem Bloggen angefangen hat um "Fame" zu werden, sich an 4.000 Followern auf dem Blog und 15.000 auf Instagram zu ergötzen. Alle, die den Blog vorsätzlich gestartet haben, um einmal die Hand von Guido Maria Kretschmer zu schütteln und ein kleiner Internet Promi zu werden, können jetzt gerne aufhören zu lesen. Wenn das euer Ziel war, ihr das erreicht habt: Glückwunsch, an euch ist dieser Text nicht gerichtet.

Als ich mit dem Bloggen anfing, war ich over the top mit meinen Gefühlen. War viel zu jung und zu zerstreut, um mit Liebeskummer alleine fertig zu werden. Doch das Internet zog uns in seinen Strudel voller glitzernder Gifs und ausgeschmückten Nicknames und als wir uns keine Piczo Seiten mehr basteln konnten, hab ich angefangen zu bloggen. Wer damals das Wort Blog benutzte, tat dies in einem kleinen Rahmen. Vielleicht mit der besten Freundin oder dem Schwarm, für den die Hälfte der herzzerreißenden Texte geschrieben war. Wir sammelten schöne Bilder bei Tumblr und verbrachten noch Nächte damit, neue Bilder für die Sidebar zu finden.

Heute stehst du vor mir und willst mir erzählen, wie hart es ist, zu Bloggen. "Ich hab einen Instagram Account, mit nur 2 Bildern und habe trotzdem 200.000 Follower!" - Dann hast du entweder vor kurzem eine Menge Bilder aussortiert, oder irgendwie den Sinn von Instagram nicht ganz verstanden. "Das ist wie mit dem Bloggen: 1 % ist den Artikel verfassen, 99 % den Artikel zu bewerben!" - Stimmt, ich vergaß. Der Sinn von Bloggen ist ja auch nicht, seine Leidenschaften zu teilen, sich Gedanken um die Worte zu machen, die man schwarz auf weiß niederschreibt, oder gar Spaß an der ganzen Sache zu haben, Dinge mit anderen zu teilen, die man toll findet oder das zu machen, worauf man Block hat. Wenn nur 1 % das Schreiben des Artikels ist, dann hast du da ungefähr so viel Liebe reingesteckt, wie ein Freier in eine Nutte.

Ich will dir nicht erklären, wie das hier alles funktioniert. Jeder hat seinen eigenen Sinn für das ganze hier, seine eigene Leidenschaft, sein eigenes Ziel. Aber wenn du vorgibst, aus Leidenschaft zu Bloggen, dann solltest du das auch wirklich tun. Denn wenn ich irgendwann nur noch umgeben bin, von Bloggern wie dir, dann muss ich wohl oder übel die Notbremse ziehen. Denn dann bin ich wohl auf den falschen Zug aufgesprungen. Wahrscheinlich hat sich aber einfach das Ziel des Zuges geändert, seit ich damit fahre.

Kommentare :

  1. Word.
    Ich glaube meinen ersten Blog hatte ich 2010 wenn ich sogar schon 2009. Damals war das ja auch alles noch nicht so groß und populär. Ich fand es spannend zu lesen, was andere Leute so tun, denken und erleben und entschied dann das sich selber auch mal etwas schreiben möchte.
    Mir käme damals nie in den Sinn mit sowas berühmt zu werden oder ähnliches.
    Ich finde es auch ein bisschen schade, wie sich das alles verschoben hat. Bloggen sollte in erster Linie Leidenschaft und Spaß bedeuten.
    Wenn man damit Erfolg hat finde ich das übrigens super, keine Frage! Aber ich finde ich auch, dass der Grund, warum man einen Blog startet, nicht Berühmtheit und Geld sein sollte.

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  2. Sehr schöner Text.
    Ich hatte meinen ersten Blog in 2005 oder 2006 und damals waren das fast ausschließlich Tagebuchblogs. Ich vermisse das ja sehr, ich hab immer gerne gelesen, was andere Leute so tun und inzwischen haben viele Blogs ja den Anspruch, möglichst viel "Mehrwert" zu bieten statt persönlicher Geschichten.
    Und wo du über Werbung sprichst: Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich Artikel lese, in denen mir geraten wird, wie ich meinen Blog bewerben muss. Mir persönlich ist das viel zu anstrengend, ich habe aber auch so gar keine Ambitionen, mit meinem Blog irgendetwas zu erreichen außer Dinge, die ich dokumentieren möchte, zu dokumentieren.

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  3. Es ist wirklich furchtbar. "Bloggen ist harte Arbeit" wird auch gern gesagt, wenn man 2.000€ netto zahlt für die Kooperation und dann nur lieblose, unkreative Grütze rauskommt. Natürlich will ich es jetzt nicht verallgemeinern, aber manche verlieren wirklich den Blick für die Realität und viele Unternehmen ziehen mit.

    Ich für meinen Teil hab noch letztens drüber geschrieben, dass ich akzeptiert habe, dass ich mit meinem persönlichen & abwechslungsreichen bzw. nicht auf ein Thema festzunagelnden Content nie ein "erfolgreicher" Blogger werde. Ist auch okay, hab ja nen Job :D

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  4. Sehr guter Post! 'Wenn nur 1 % das Schreiben des Artikels ist, dann hast du da ungefähr so viel Liebe reingesteckt, wie ein Freier in eine Nutte' - genauso ist es!

    Ich führe meinen Blog, um auch später auf Erinnerungen zurückblicken zu können - die sich eben alle an einem Ort befinden. Gerade gestern habe ich mir meine Kopenhagen Travel Diaries nochmal angeguckt und mich an die schönen Tage erinnert, die ich dort verbracht habe.

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  5. So eine Aussage kann ich mir nur von einer Person vorstellen, die einen "Fäschn-Lifestyle-Blog" hat, dort qualitativ mittelmäßige Fotos von Outfits & Co. postet und höchstens dazuschreibt, wo sie die Sachen gekauft hat.
    1% Arbeit, ja, da brennt jemand ganz eindeutig fürs Bloggen.

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  6. Same bei Youtube. Seit man damit Geld verdienen kann versucht jeder Fame zu werden, macht gleiche Videos/schreibt das gleiche und fotografiert alles vor seiner weißen Wand oder dem Lammfell. Umso glücklicher bin ich, dass es Blogger wie dich und eine Handvoll anderer gibt, die einfach aus Leideschaft bloggen! Mach weiter so Liebes <3

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  7. Für "einfach wieder schreiben".
    Wobei ich es auch nicht verwerflich finde, wenn man versucht das dann an die Leserin / den Leser zu bringen und damit womöglich sogar noch erfolgreich ist.

    Entscheidend für mich ist die Intention und die Leidenschaft.

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  8. großartiger Post! wenn ich einen Facebook Account als Bloggerin hätte, würd ich sofort teilen klicken, aber das ist mir leider zu viel Arbeit, sorry :D
    es ist leider so wahr und mir ist das total fremd! zum Einschlafen guck ich manchmal diese Videos, wo die krassen Youtuber echt jeden Tag ihres spannenden Lebens zeigen und da meinte der Typ echt, dass diese ganzen Social Media Kram ja sooo viel Arbeit sei und er hat das ernst gemeint, als Berufsbeschreibung.
    ich hab jetzt auch mal ein paar Kooperationsanfragen bekommen, aber ich hab da irgendwie gar keine Lust mehr drauf und lehne alles ab, um mich davon zu trennen.
    Ich könnte ewig weiterschreiben, lassen wir's dabei, dass das eine schwachsinnige Welt ist..

    LG Katrin

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  9. Ahhh piczo! Dein Ernst? Wie verrückt! Ja das kenn ich sehr gut! Du sprichst mir so so so aus der Seele! Und ich geb dir vollkommen recht. Aber hey- soll doch jeder machen, wie er mag.

    Liebe Grüße!
    Schweigeminute für Alan Rickman inklusive
    Anna

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  10. Naja, nur weil es 1% ist, muss es ja nicht heißen, dass es wenig ist. Zumindest so rein mathematisch. Aber nun mal im Ernst: Nur weil andere ihre Arbeit auf diese Weise investieren, heißt zum Glück ja nicht, dass man dies selbst auch so tun muss. Ich mach das zum Beispiel definitiv nicht. Eher umgekehrt. Aber ein bisschen Wahrheit steckt in der Aussage eben schon drin. Gute Inhalte alleine reichen auch nicht, sondern man will ja auch, dass diese gelesen werden und das geschieht meist nicht von alleine, deshalb muss man halt auch Energie in Werbung investieren.

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  11. Wahre Worte.
    Meine erste "Website" hatte ich mit 13, kommentiert haben da nur die 4 besten Freundinnen und geschrieben wurde da Gefühlsduselei und Fantum, bevor es andere Plattformen gab und das Wort Fandom in meinem Sprachgebrauch etabliert wurde.
    Den ersten Blog hatte ich mit eben diesen Freundinnen. Geheim, nur wir konnten ihn lesen. Nur dass da irgendwann nur noch ich geschrieben habe.
    Und jetzt gibt es seit über 4 Jahren Rotköpfchen und bloggen ist einfach mein Liebstes Hobby. Immer wieder hatte ich die Diskussion 'Wenn du bloggst, dann willst du doch bekannt und berühmt werden!'. Nein. Ich will einfach gerne bloggen, weil es mir Spaß macht und weil ich andere Blogs gerne lese. Einfach so.
    Weil es schön ist, Leidenschaften zu teilen und Teil zu haben.

    Schön, dass wir damit nicht alleine sind, in der Bloggerwelt. Wir haben einfach unseren eigenen Zug.

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  12. Liebe Maribel, wie immer hast du viele meiner Gedanken sehr gut beschrieben. Natürlich soll jeder machen, wonach ihm ist. Jedoch ist es dann echt schwierig, wenn alle unter einem Hut gesteckt werden.
    Ich denke, solange jeder das macht, wonach man wirklich Bock hat, was einem richtig antreibt und begeistert, geht das schon in Ordnung! - Solange man authentisch bleibt.
    Liebst, Anna

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  13. Ach meine liebste Maribel ❤ Ich hab mich erst neulich mit einer lieben Bloggerin getroffen und ich sag's dir - nach dem zweiten Glas Wein und eine Menge gerede über diese ganze Bloggerwelt haben wir BEIDE gleichzeitig gesagt:"Ach eigentlich ist das ganz doch totaler bullshit." :'D Und zwar genau aus dem Grund. Wenn ich mir diese ganzen großen Blogger anschaue mit den 30 Tausend Followern, Kooperationen zum abwinken und absolut NICHTS mehr irgendwie mit "Bloggen" zu tun hat, wird mir schlecht. Da hat es doch so oft nichts mehr mit basteln, selbermachen, wichtigen Botschaften die man an den Mann bringen will zu tun sondern nur noch dieser "Internet-Fame" Gedanke. Da könnt ich echt brechen.
    Aber hey - wir bleiben so wie wir sind. Wir wissen worauf es ankommt und ich bin einfach froh, dass ich soviel liebe Menschen dadruch kennenlernen darf. Ich hab dich lieb, bleib so cool wie du bist meine coole Socke ❤
    Deine Duni

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  14. Das hast du super geschrieben Maribel.
    Ich finde Bloggen als Hobby grandios. Es macht Spaß seine Gedanken etc mit anderen zu teilen. Klar raubt es manchmal auch eine Menge Zeit, aber das ist okay so. Und natürlich freue ich mich, wenn sich Firmen für meinen Blog interessieren. Aber deshalb habe ich nicht mit dem bloggen angefangen.
    Diejenigen die der Meinung sind, Bloggen wäre 1% schreiben und 99% Werbung, sind anscheinend nur auf Ruhm und Ehre in dem großen www scharf. Sollen sie machen, wenn sie dadurch glücklich werden.

    Liebste Grüße,
    Josie

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  15. Ich kann irgendwie nur sagen, dass du den Nagel auf den Kopf getroffen hast.
    Zwischen all meinen Gedanken die darum kreisen, was ich mal erreichen will, wozu das alles gut ist und was ich alles tun muss und blablabla, hast du mich gerade mal kräftig durchgerüttelt und deutlichst darauf aufmerksam gemacht, warum ich das wirklich tue.
    Es fällt mir schwer, irgendwie die Klarheit zu bewahren, wenn es in unserer heutigen Welt nur noch darum zu gehen scheint, die nächsten 100K Follower auf Instagram zu erreichen, unser Leben perfekt erscheinen zu lassen und gekonnt in Scene zu setzten, Geld bis zum geht nicht mehr durch Werbung und Produktplatzierungen zu verdienen und was weiß ich noch alles... In all dem Wahnsinn neige ich manchmal dazu, zu vergessen, worum es geht:
    Um die Leidenschaft, die Liebe und die Freude an der Sache - am Bloggen.
    Danke, dass du mich daran erinnert hast! <3

    Liebste Grüße, Nele
    nureinfoto.blogspot.de

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  16. Hach Maribel, deswegen ist dein Blog auch so wunderbar: weil du 100% in deine Beiträge steckst! See u tomorrow, girl! :)

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  17. Hi Maribel, sehr angenehm Deine ehrlichen Worte. Wo wir doch gerade beim Thema sind :-) Ist das Bloggen für Dich harte Arbeit? Wie ist Deine Meinung? Meine Ansicht zu diesem etwas kontroversen Thema, habe ich in meinem aktuellen Post veröffentlicht.
    Schreib mir mal Deine Meinung :-)

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Ich freue mich über ganz viel Liebe, auch über ernst gemeinte Kritik und alles dazwischen <3
Du hast ein Gewinnspiel und willst mich lediglich darauf aufmerksam machen? Oder möchtest mich herzlich zu deiner Blogvorstellung einladen? - Nein, Danke! Wunderbar, dass du meinen Blog vorstellen willst, weil er ja so toll ist. Dann mach es doch einfach so und sag mir bescheid.