Inspireland: The Gap of Dunloe

So gefühlt hänge ich total hinterher mit meinen Irlandberichten. Es ist fast Oktober und ich habe gerade mal einen Bruchteil der Bilder gezeigt, die dieses Jahr entstanden sind. Dazu kommen noch ein paar Orte, die ich euch gerne sowohl bei regnerischem Wetter und Sommertemperaturen zeigen möchte, aber da reicht einfach kein einzelner Post. In langen Posts, die sich auch jeder wirklich durchlesen will, bin ich einfach nicht so talentiert, wie meine liebste Duni. Aber allein um meine und auch Dunis (und ich merke schon auch viel von eurer) Irlandsehnsucht zu stillen, teile ich das alles ganz gediegen auf. So haben wir alle mehr davon. Ich hoffe nur, Irland langweilt euch nicht irgendwann. Los geht es mit einem etwas längeren Beitrag als sonst. Ich muss diesen Ort einfach würdigen!

Kommen wir zu meinem aller liebsten Lieblingsplatz im County Kerry: der Gap of Dunloe (irisch: Bearna na Dún Lóich = Pass an der Festung des Loch, irisch: Loch = See), die Teil des National Parks von Killarney ist. Der Weg über den Pass des Purple Mountains ist etwa 13 km lang und führt durch das wunderschöne Black Valley (Das schwarze Tal). Hier kann man Touren buchen, bei denen man in Killarney abgeholt wird und beim Starpunkt, dem Kate Kearney’s Cottage ausgeladen wird. Ihr wisst ja mittlerweile, dass wir dieses Jahr 2 Mietwagen hatten und da wir ziemlich nah am National gewohnt haben, sind wir einfach selber mit dem Auto hingedüst und haben das andere am Endpunkt, dem Ross Castle abgestellt, um später wieder zurück zu kommen.

Was ihr noch nicht wisst: In diesem Jahr waren nicht nur meine Mutter und ich auf der Insel. Es war ein kleiner Familienurlaub zusammen mit allen Generationen - Meine Mutter, ihre Zwillingsschwester (*ratter ratter* also meine Tante), meine kleine Schwester, Cousine und zur Freude aller war auch meine Oma dabei. Da aber sowohl Oma und meine Schwester nicht (mehr) die besten Läufer sind, haben wir den Weg nur zu 4. beschritten. Wer eine Tour bucht, aber nicht laufen will, kann übrigens auch eines der Jaunting Cars, also Pferdekutschen nehmen und wird den gesamten Weg gefahren.

Voller Elan stiefelten wir alle zusammen los. Ich wusste, dass ich leider nicht mehr so im Training war wie letztes Jahr. Umso mehr wollte ich wissen, wie lange wir brauchen würden und so startete ich meine Stoppuhr auf dem Handy. Wir wollten uns nicht hetzen, die Aussicht, Umgebung, Seen und Berge genießen, doch nach einiger Zeit wurden meine Cousine und ich schneller als die beiden Zwillinge und so liefen wir irgendwann den beiden Zwillingen irgendwann davon.

Vorbei an einem See mitten im Tal, umgeben von Schafen, die das grasgrüne Gras (badum tsss) in aller Ruhe abgrasten (Oh mein Gott, so viel "Gras" in einem Satz!). Und dieses Gefühl vor diesen Giganten zu stehen, zu sitzen, zu schauen war auch dieses Mal einfach unbeschreiblich. Der Weg geht nicht stramm bergauf, sondern zieht einige Kurven, die mal hier und da ansteigen. Das macht den Aufstieg doch um einiges leichter aber nicht unbedingt viel weniger anstrengend. Ab und an müssen wir den Pferdekutschen ausweichen, jedes Mal winken uns die Fahrer zu und wir lächeln zurück. Zwischendurch immer wieder umdrehen und den Weg, den wir eben noch gegangen sind wieder betrachten. Und immer wieder sieht alles ganz anders aus.

Am höchsten Punkt angekommen überblicken wir das gesamte Tal. Zu unseren Seiten der Purple Mountain, die wirklich gerade ein bisschen lila schimmern. Daher hat der Berg auch seinen Namen. Er besteht nämlich aus Sandsteinfelsen, die bei bestimmten Einstrahlungen der Sonne lila strahlen. Wie wir hier sitzen, Brot mit Cheddar essen und die vorbeifahrenden Kutschen betrachten - so könnte das immer sein. Noch ein Selfie und dann machen wir uns an den Abstieg. Topez und ich sind mittlerweile ein ganzes Stück vor unseren Müttern, wir erzählen Geschichten, zitieren Coldmirror und staunen über die Schule, die hier mitten im Tal sitzt, umgeben von nichts als Bergketten.

Auf den letzten Metern, bevor wir Richtung Lord Brandon's Cottage abbiegen verfolgt uns eine Hündin, an deren Hof wir vorbei kommen. Wir haben schon Sorge, sie könnte uns bis zu den Seen folgen, doch ein Schaf, das unseren Weg kreuzt und offensichtlich von seiner Wiese abgekommen ist, lenkt sie ab und und wir gehen die letzten Meter durch die Wälder allein. Kurz vor dem Cottage werden wir von einem älteren Herrn, der auf einem kleinen Felsen sitzt angesprochen, ob wir nicht die Boote über die Seen nehmen wollen, doch wir haben schon ein Ticket. Er staunt nicht schlecht, als wir erzählen, wie lange wir bis hierher gebraucht haben, verabschiedet sich freundlich und wir haben es gleich geschafft.

Etwa 3 Stunden haben wir für die 13 km gebraucht. Ob das nun gut oder schlecht ist, wissen wir nicht aber wir sind froh ein wenig zu sitzen. Hier treffe ich auch Donal, meinen irischen Bekannten vom letzten Jahr, der uns auch dieses Mal wieder über die Seen fahren wird und seinen Hund Charlie. Bloß ist Charlie der treue Bootsmann dieses Mal auf einem anderen Boot angeheuert. Schwimmwesten an und der Motor startet.

Wir fahren insgesamt etwas über eine Stunde und über ganze 5 Seen, die alle durch den River Loe verbunden sind. Von hier aus sieht man den Carrauntoohil, der mit stolzen 1041 m ü.M. der höchste Irlands ist. Vorbei am Eagle's Nest, wo vor einigen Jahren ein paar Adler wieder ausgewildert wurden und unter einer kleinen Brücke hindurch, bis hin zum Ross Castle. Die letzten Meter fährt Donal langsamer, damit wir und die vielen Amerikaner auf dem Boot die Aussicht und die Sonne noch etwas genießen können. Die näher kommende Ruine weckt in mir ein Gefühl des Ankommens, doch auch des Umkehrens. Ich möchte noch mal. Noch mal hinauf, noch mal hinab, noch mal auf die Seen, nicht mehr weg.



Charlie der Bootshund (Bild aus 2014)
Ich habe tatsächlich hier schon mal über die Gap of Dunloe geschrieben und hier kommt ihr zu allen Irland Posts, die es so von mir gibt. Und für alle Spotify Hörer unter euch! Ich höre beim Schreiben meiner Artikel übrigens ziemlich oft diese Playlist.

Kommentare :

  1. zu erst einmal ich LIEBE deinen Header
    und mensch sind das schöne Fotos
    was für ein traumhaft schöner Ort

    alles Liebe deine AMELY ROSE

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  2. Oh wie schön, also ich mag lange Posts, kann mich selber ja immer so schlecht kurz fassen :D ich bin auch kein Wander Experte aber die drei Stunden inklusive Pausen und Aussicht genießen find ich voll in Ordnung :) man sollte sich find bei sowas eh Zeit lassen und die Natur genießen, ist ja kein Marathon! ;) deine Fotos hauen mich immer wieder aufs Neue um, weiß gar nicht mehr was ich dazu schreiben soll... mach jedenfalls weiter so und les mir gern deine Irland Posts durch <3

    Liebe Grüße
    Jasmin von nimsajx.blogspot.de

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  3. Liebes Fräulein Skywalker!

    Jetzt musste ich doch mal schauen, wer genau sich da ein Hausschweinchen wünscht und sehe: Star Wars Header! Grün! Irland! Han Solo in der Sidebar! Ich bin begeistert!
    Ich lass jetzt einfach mal ganz liebe Grüße da und dann koch ich mir eine große Kanne Tee und stille ein bisschen meine Irlandsehnsucht.

    Liebe Grüße aus Bonn,
    Stefanie - loeffelundliebe.blogspot.de

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  4. Ohhhhh...Maribel, die Fotos sind wieder so wunderbar, zauberhaft, irland-verliebt! Das ist ein kleiner Traum. Wegen mir musst du dich auf keinen Fall kurz fassen, ich les deine Reisegeschichten immer gerne! :)

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  5. Schätzelein ♥ Wenn du so weiter machst vergess ich mich! Ich will nach Irland! Mit dir! SOFORT! SO-FORT!! Ich bekomm so eine Sehnsucht :< Deine Aufnahmen von der grünen Landschaft lassen echt jedes Irland-Liebhaber-Herz höher schlagen. Du bist jetzt offiziell meine Irland-Schwester und ich warte nur darauf das wir zusammen über die Wiese hüpfen wie 2 Schäfchen, höhöhö ♥

    Ich knuddel dich ganz fest meine Maus!

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    1. ♥♥♥ Ohhh, viel Liebe! Ich hoffe das klappt irgendwann wirklich mal. Dann lassen wir die Männer einfach Zuhause!! :)

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Ich freue mich über ganz viel Liebe, auch über ernst gemeinte Kritik und alles dazwischen <3
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