Inspireland: An der Küste entlang auf dem "Ring of Kerry" - Teil 2

Was mal ein französischer Zopf war, kann man nun nicht mehr erkennen. Ordentlich durchgeweht kehren wir von den Kerry Cliffs zurück und in dem kleinen Café am Fuße ein. Dort gibt es den leckersten Rhabarberkuchen, schwarzen Tee für die einen, Kaffee für die anderen und WiFi. Wer mich kennt, weiß dass ich eigentlich kein Kuchenfan bin, doch noch vom letzten Jahr wusste ich, dass dieser hier mir auf jeden Fall schmeckt!

Wer gar nicht genug bekommt, kann auf dem Ring of Kerry noch einen kleinen Ring, auf noch kleineren Straßen, direkt an der Küste entlang fahren. Um auf den Skellig Ring zu gelangen fahren wir einen unglaublich steilen Berg hinauf, auf dessen andere Seite wir müssen. Auf der Hälfte müssen wir schnell in eine der Buchte fahren und die Handbremse anziehen, denn das Auto, welches uns entgegen kommt, hat die Steigung wohl etwas unterschätzt. Aber das sind wir mittlerweile gewöhnt. Wir winken und fahren weiter nach oben. Hier oben erstreckt sich einer der weitesten Blicke, die ich auf unserer Reise hatte. Rüber bis Valentia Island, auf der anderen Seite Kilometer weit über die Küste und das Meer. Auch hier oben fegt der Wind so heftig durch unsere "Windjacken", sodass wir nicht lange verweilen und weiterfahren. Schließlich haben wir auch noch ein ganzes Stückchen vor uns.

An einem weiten Sandstrand machen wir Halt. Ich klettere über Steine und Trampelpfade nach unten, ein paar von den anderen nehmen lieber den langen Weg außen herum. Die Wellen sind riesig und bäumen sich weit vor uns hoch in die Luft. Diese Gewalt, diese Natur ist unbeschreiblich, unglaublich. Schneller als wir dachten, kommt uns das Wasser entgegen und wir müssen langsam weiter.

Den nächsten Halt machen wir in Waterville (irisch: An Coireán. Waterville ist vor allem für seine Geschichte mit Charlie Chaplin bekannt, der hier eine beträchtliche Zeit verbrachte. Zu seinen Ehren gibt es eine Statue am Wasser, ein Museum und ein riesiges Bild seiner bekanntesten Rolle an einer Hauswand verewigt. Waterville liegt zwischen dem See Lough Currane (irisch: Loch Luíoch) und der Ballinskelligs Bay. Ich lege mich in den Wind hinein und versuche voran zu kommen, doch das erweist sich als gar nicht so einfach. Hier verbringen wir eine ganze Weile, bummeln durch kleine Läden, bestaunen Häuser und die Wellen direkt daneben und gehen noch ein paar Vorräte für die Fahrt kaufen, bevor wir uns wieder auf den Weg machen.

Irgendwann kommen wir endlich an den Lamb's Head. Leider hat aber das Wetter einen Umschwung gehabt und es ist jetzt grau und regnerisch. Der Wind hat nachgelassen, doch aus dem tiefblauen Ozean ist eine graue Weite geworden. Trotzdem müssen wir hier entlang laufen. Vorbei an dem Reiterhof, dem Trailerpark und den Shamrock Häusern, bis zum Haus, das aussieht wie ein Schiff, das aus dem Berg ragt. Noch vor einem Jahr saß ich hier in Top, einer kurzen Hose und blickte auf türkisblaues Wasser, in dem ich später noch ein kleines Bad nehmen sollte. Und trotz der Dunkelheit, des Regens und der Kälte ist es doch ein wunderschöner Ort.

Auf dem Heimweg nahmen wir nicht den Weg über Kenmare, sondern die Straße direkt am Black Valley vorbei. Das Tal liegt mitten im National Park und gehört zu Gap of Dunloe, die so ziemlich mein Lieblingsplatz hier ist. Noch ein paar Bilder werden geknipst, Schafe gestreichelt und dann geht es ab nach Hause. Ich entscheide mich heute Abend nicht auszugehen. Dafür aber ein geliebtes Bulmers in der Jacuzzi Badewanne unseres Cottages. Wenn das kein Ausklang eines wundervollen Tages ist?

Im ersten Teil habe ich euch von einer gekrönten Ziege, Portmagee und windigen Klippen erzählt - erinnert ihr euch?

Kommentare :

  1. Einfach traumhaft! Ich kann es kaum erwarten, selbst wieder hinzufliegen, so ein wundervolles Land ♥

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  2. Ich liebe deine Art zu schreiben <3 und die Fotos ohman! Natur pur. Da passt mein Beitrag von Indonesien auch super dazu haha :)

    Liebste Grüße <3
    Jasmin von nimsajx.blogspot.de

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  3. Oh mann, Irland ist einfach so sau schön und die Natur so toll unberührt und natürlich halt.. ähem, klingt irgendwie logisch, aber sicher weißt du, was ich mein :)
    Deine Reiseberichte les ich einfach jedes Mal unglaublich gern!! :)

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  4. Das sieht landschaftlich sehr schön aus. Genau nach etwas, was mir auch sehr gefallen würde! Kein Wunder, dass ich da schon ewig mal hin möchte... ^.^

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  5. Toll geschrieben Liebes! Und sooo wundervolltolle Bilder! Da bekommt man unglaubliches Fernweh! Der Rhabarberkuchen sieht unfassbar lecker aus und wie cool ist denn bitte dieses Haus in Schiffsform! Sau gut! Einfach ne zauberhafte Kulisse, die schon auf den Bildern immer wieder atemberaubend aussieht. In echt muss es einen da doch eigentlich voll umhauen!

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    1. Jaaaa, das Schiffshaus ist auch echt ein absoluter Hingucker! :) Ich freue mich, dass ich so viele Leute von Irland begeistern kann!

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  6. Ich lieeeeebe Kuchen, dieser hier sieht wirklich sehr lecker aus. Du hast einen sehr tollen Schreibstil und die Bilder sind hammer!
    Liebe Grüße,
    Amira von Ami Coco

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  7. Mariiiibel Schätzelein ♥ Diese Aufnahmen!! Ich krieg so ein irisches Heimweh :( Das mit dem Wetter ist halt echt immer so ne Sache, nech. Ich finde in Irland kann man einfach nicht so richtig planen, da heißt es immer "auf gut Glück" :D Aber das Bild mit dem weißen Häusschen!! *kreisch* Wie immer ein wundervoller, irischer Post meine Süße! Ich drück dich ganz lieb, deine Duni ♥

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    1. Ach liebste Duni ♥ Irgendwann sitzen wir noch zusammen vor einem kleinen Cottage, trinken Tee und können uns nicht sattsehen!!

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