Welcome to the golden days - Musik & Du. 012 Sammlung + Spotify Playlist

Ahoi, ihr Frostbeulen! Warum ich euch so nennen? Weil ich eine bin. Besitze sogar eine Bürowärmflasche. Macht ja nichts. Weiß nicht, wie ich es als Teenager geschafft habe im tiefsten Winter nur mit Bench Jacke draußen rumzulaufen und nicht zu frieren. Ist mir völlig unerklärlich. Von 15 kühlen Grad am morgen zu 15 Grad Tageshöchsttemperatur und morgens bei 4 Grad schockgefrieren. Also ab mit euch unter die Kuscheldecke, mit Tee und Keksen und ein bisschen guter Musik. Ganz unten kommt ihr übrigens jetzt neuerdings immer zur Spotify-Playlist!



Sobald es kälter wird klingt "Don't Dream it's Over" von Crouwded House aus Lisa's Boxen:
"Beim Musikhören bin ich ein sehr visueller Mensch und die meisten Lieder bringen bestimmte Farben hervor. Für mich hat dieser Song auch ein richtig schönes, herbstliches Gelb/Orange. Er klingt warm, obwohl er ganz klar davon erzählt, dass draußen die Welt wütet. Wenn man will und ein Interpretaionsfan ist, kann man den Text sogar auch ein klein wenig auf den uns verlassenden Sommer und den kommenden Herbst beziehen."

Für Linz haben die Editors mit "An End Has a Start" alles was man für den Herbst braucht:
"Ertönt beispielsweise "And End Has a Start", habe ich immer das Verlangen nach einem freien Nachmittag, den ich mit Kopfhörern auf den Ohren in meinem Zimmer verbringe, während draußen der Regen gegen die Fensterscheibe prasselt und ich meinen gesamten Vorrat an Kerzen verballer, hach. Der Stimmumfang von Tom Smith und sein einzigartiger Stil sind zum niederknien und er singt mit solch einer Leidenschaft und Kraft, dass ich auf ihren Konzerten nach wie vor nicht begreife, wie diese Stimme aus einem Menschen kommen kann."

Ein bisschen nordisch kühl wird es bei Julia, zumindest mit "Leuchttürme" von Madsen & Bosse:
"Vielleicht liegt es am Text - Donner, Blitz, Regen und Schnee - oder auch einfach nur daran, dass ich den Song jetzt, wo der Herbst so langsam einkehrt und man sich morgens schon wieder darüber Gedanken machen muss, wie warm man sich anzieht, entdeckt habe und oft höre. Er hat auch etwas düsteres und geheimnisvolles an sich und ich bin gedanklich sofort an einem grauen, stürmischen Herbsttag, draußen pfeift ein kalter Wind um die Häuser und ich sitze drinnen auf dem Sofa, schlürfe meinen Tee und höre Madsen."

Annika hat dazu eine kleine Hommage an AnnenMayKantereit verfasst:
"Außerdem sind die Texte teilweise ein bisschen tragend und nicht so wie die gute Laune Sommermusik. Trotzdem zaubert die ganze Musik mir ein Lächeln ins Gesicht und das sollte sie auch einfach machen. Es ist jetzt nicht so, dass ich AnnenMayKantereit nicht auch den ganzen Sommer gehört hätte und sie mich live begleitet hätten, aber ich wusste irgendwie sofort, dass das auch irgendwie eine Herbstband ist."

Angy's liebste Jahreszeit wird bei ihr mit "Like Red Foam" von Ahab eingeleutet:
"Ich kann aber auch nicht bestreiten, dass ich Doom Metal schon immer sehr passend für den Herbst fand. Vor Kurzem ist dann auch passenderweise endlich das neue Ahab-Album The Boats Of The Glen Carrig erschienen, das ich seitdem schon einige Male begeistert gehört habe und welches für mich definitiv eines der besten Alben des Jahres 2015 ist! Mein Lieblingssong ist Like Red Foam (The Great Storm) - übrigens mit Abstand der kürzeste Song des gesamten Albums. Doom Metal ftw!"

Was für Kathi auf die Herbst-Playlist gehört? Definitiv James Bay mit "Let it go":
"Es ist Herbst. Und der Herbst verlangt natürlich nicht nur nach Pumpkin Spiced Latte, nach Kürbis-Süßkartoffel-Suppe mit Crème Fraîche und nach dem Aufarbeiten der Sommerlieben und -erinnerungen. Nein, der Herbst verlangt auch nach der perfekten Kuscheldecken-Couch-Teetassen-Playlist. Nicht zu frustrierend, deprimierend und traurig machend, sondern nur diese leise Melancholie verstärkend, die irgendwie immer das letzte Viertel des Jahres begleitet – wenn die Blätter fallen und wieder einmal etwas zu Ende geht."

Letztes Jahr sagte mir Spotify, ich hätte Ed Sheeran am meisten im Herbst gehört. Dieses Jahr ist das wohl bei Josie so:
"Der Herbst hat seine Schattenseiten. Aber auch schöne Seiten. Immer wenn ich
Ed Sheeran höre, denke ich an die kältere Jahreszeit. Warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich, weil er so schön romantische Schnulzenlieder schreibt. Seine Stimme einfach der Hammer ist& man sich Stundenlang seine Alben anhören kann. Daher bekomm ich sofort Laune unter die dicke Winterdecke zu kriechen, ein Buch rauszuholen& bis zum Frühling nicht mehr aufzustehen (außer für eine Woche im Februar).

Ein ganzer Beitrag, der mich direkt herbstlich eingestimmt hat, ist der von Caroline mit "Diktatur der Gegenwart":
"Der Sommer ist vorbei. Die goldene Welt wird alt und zerbricht in tausend Teile und wir kehren sie vom Asphalt. Und während du grade chillst auf einem Open-Air-Festival merkst du, es wird kälter. Dachse und Füchse verlassen ihre Wälder Auf ihrem Rücken tragen sie auf einer Bahre die sterbende Sonne." (Und danke für die passenden Bilder!)

Große Liebe bei Katrin und Florence And The Machine's "Shake it Out":
"And I've been fool and I've been blind. I can never leave the past behind. I can see no way, I can see no way ...  And I'm ready to suffer and I'm ready to hope ... And it's hard to dance with a devil on your back. So shake him off."

Tina brauch ruhige, entspannende Klänge von Kygo und "Piano Jam" für den Herbst:
"Trotzdem ist es eben so: Der Herbst ist da – und mit ihm auch kühlere Temperaturen sowie immer öfter das typische Schmuddelwetter. Denn nicht nur, dass es kalt wird – es ist auch noch in der Regel nass, grau und dunkel. Da bleibt dann nur eins übrig: Es sich in den eigenen vier Wänden so bequem und kuschelig wie möglich machen. Mit einem guten Buch, warmen Kerzenlicht, Tee, Schokolade und natürlich ganz vielen Decken und Kissen. Dazu noch Musik, die das Ganze entspannt untermalt. Ganz ohne Worte und Schnickschnack, mit ein paar chilligen Beats, wie z.B. der Piano Jam von Kygo."

Goldener Herbst? Da muss Marie gleich an Country denken:
"Es muss also etwas "Goldenes" und "Braunes" her. Meine Assoziationskette führt mich bei diesen zwei Stichworten musikalisch sofort.... zum Country. [Ey, nicht lachen!] Hört ihr Country? Naja, vermutlich nicht. Ich auch nicht so oft. Aber hin und wieder gewinnt das Pferdemädchen in mir die Oberhand und dann ist bisschen heimlich gehörte Carrie-Underwood-Musik schon genau das Richtige. Ich habe nur gar nicht DAS Lieblingslied. Sondern eher eine Emergency-Playlist für diese Rodeo-Momente. Aber so funktioniert das hier ja nun mal leider nicht. Also muss ich mich entscheiden. Okay..... Augen zu.... und Zufallsprinzip."

Und María hat gleich eine kleine Playlist mit ihren Herbstsongs zusammengstellt:
"Herbstlied? Richtig herbstlich ist es wahrscheinlich nicht und nur ein Lied auch nicht, aber sie gefaellen mir und laeufen hier die ganze Zeit rauf und runter....nebenbei beschert es einen tollen Ohrwurm und man bekommt gleich Lust sich zu bewegen, bringt Sommerfeeling zurück und lässt Assoziationen zu heißen, durchtanzten Nächten entstehen..."



https://open.spotify.com/user/maribel_skywalker

Und nun auf vielfachen Wunsch.. Für alle Spotify Hörer unter euch habe ich hier alle Songs (die es auf Spotify zu finden gibt) in einer Playlist zusammengefasst. Ich schaue mal, ob ich demnächst auch Sammlungen aus den letzten Monaten noch mal zusammensuche für euch. Das ist jetzt übrigens mein "offizielles" Spotify-Blogprofil, dem ihr auch gerne folgen dürft.


Bilder via Caroline von H.

Inspireland: The Gap of Dunloe

So gefühlt hänge ich total hinterher mit meinen Irlandberichten. Es ist fast Oktober und ich habe gerade mal einen Bruchteil der Bilder gezeigt, die dieses Jahr entstanden sind. Dazu kommen noch ein paar Orte, die ich euch gerne sowohl bei regnerischem Wetter und Sommertemperaturen zeigen möchte, aber da reicht einfach kein einzelner Post. In langen Posts, die sich auch jeder wirklich durchlesen will, bin ich einfach nicht so talentiert, wie meine liebste Duni. Aber allein um meine und auch Dunis (und ich merke schon auch viel von eurer) Irlandsehnsucht zu stillen, teile ich das alles ganz gediegen auf. So haben wir alle mehr davon. Ich hoffe nur, Irland langweilt euch nicht irgendwann. Los geht es mit einem etwas längeren Beitrag als sonst. Ich muss diesen Ort einfach würdigen!

Kommen wir zu meinem aller liebsten Lieblingsplatz im County Kerry: der Gap of Dunloe (irisch: Bearna na Dún Lóich = Pass an der Festung des Loch, irisch: Loch = See), die Teil des National Parks von Killarney ist. Der Weg über den Pass des Purple Mountains ist etwa 13 km lang und führt durch das wunderschöne Black Valley (Das schwarze Tal). Hier kann man Touren buchen, bei denen man in Killarney abgeholt wird und beim Starpunkt, dem Kate Kearney’s Cottage ausgeladen wird. Ihr wisst ja mittlerweile, dass wir dieses Jahr 2 Mietwagen hatten und da wir ziemlich nah am National gewohnt haben, sind wir einfach selber mit dem Auto hingedüst und haben das andere am Endpunkt, dem Ross Castle abgestellt, um später wieder zurück zu kommen.

Was ihr noch nicht wisst: In diesem Jahr waren nicht nur meine Mutter und ich auf der Insel. Es war ein kleiner Familienurlaub zusammen mit allen Generationen - Meine Mutter, ihre Zwillingsschwester (*ratter ratter* also meine Tante), meine kleine Schwester, Cousine und zur Freude aller war auch meine Oma dabei. Da aber sowohl Oma und meine Schwester nicht (mehr) die besten Läufer sind, haben wir den Weg nur zu 4. beschritten. Wer eine Tour bucht, aber nicht laufen will, kann übrigens auch eines der Jaunting Cars, also Pferdekutschen nehmen und wird den gesamten Weg gefahren.

Voller Elan stiefelten wir alle zusammen los. Ich wusste, dass ich leider nicht mehr so im Training war wie letztes Jahr. Umso mehr wollte ich wissen, wie lange wir brauchen würden und so startete ich meine Stoppuhr auf dem Handy. Wir wollten uns nicht hetzen, die Aussicht, Umgebung, Seen und Berge genießen, doch nach einiger Zeit wurden meine Cousine und ich schneller als die beiden Zwillinge und so liefen wir irgendwann den beiden Zwillingen irgendwann davon.

Vorbei an einem See mitten im Tal, umgeben von Schafen, die das grasgrüne Gras (badum tsss) in aller Ruhe abgrasten (Oh mein Gott, so viel "Gras" in einem Satz!). Und dieses Gefühl vor diesen Giganten zu stehen, zu sitzen, zu schauen war auch dieses Mal einfach unbeschreiblich. Der Weg geht nicht stramm bergauf, sondern zieht einige Kurven, die mal hier und da ansteigen. Das macht den Aufstieg doch um einiges leichter aber nicht unbedingt viel weniger anstrengend. Ab und an müssen wir den Pferdekutschen ausweichen, jedes Mal winken uns die Fahrer zu und wir lächeln zurück. Zwischendurch immer wieder umdrehen und den Weg, den wir eben noch gegangen sind wieder betrachten. Und immer wieder sieht alles ganz anders aus.

Am höchsten Punkt angekommen überblicken wir das gesamte Tal. Zu unseren Seiten der Purple Mountain, die wirklich gerade ein bisschen lila schimmern. Daher hat der Berg auch seinen Namen. Er besteht nämlich aus Sandsteinfelsen, die bei bestimmten Einstrahlungen der Sonne lila strahlen. Wie wir hier sitzen, Brot mit Cheddar essen und die vorbeifahrenden Kutschen betrachten - so könnte das immer sein. Noch ein Selfie und dann machen wir uns an den Abstieg. Topez und ich sind mittlerweile ein ganzes Stück vor unseren Müttern, wir erzählen Geschichten, zitieren Coldmirror und staunen über die Schule, die hier mitten im Tal sitzt, umgeben von nichts als Bergketten.

Auf den letzten Metern, bevor wir Richtung Lord Brandon's Cottage abbiegen verfolgt uns eine Hündin, an deren Hof wir vorbei kommen. Wir haben schon Sorge, sie könnte uns bis zu den Seen folgen, doch ein Schaf, das unseren Weg kreuzt und offensichtlich von seiner Wiese abgekommen ist, lenkt sie ab und und wir gehen die letzten Meter durch die Wälder allein. Kurz vor dem Cottage werden wir von einem älteren Herrn, der auf einem kleinen Felsen sitzt angesprochen, ob wir nicht die Boote über die Seen nehmen wollen, doch wir haben schon ein Ticket. Er staunt nicht schlecht, als wir erzählen, wie lange wir bis hierher gebraucht haben, verabschiedet sich freundlich und wir haben es gleich geschafft.

Etwa 3 Stunden haben wir für die 13 km gebraucht. Ob das nun gut oder schlecht ist, wissen wir nicht aber wir sind froh ein wenig zu sitzen. Hier treffe ich auch Donal, meinen irischen Bekannten vom letzten Jahr, der uns auch dieses Mal wieder über die Seen fahren wird und seinen Hund Charlie. Bloß ist Charlie der treue Bootsmann dieses Mal auf einem anderen Boot angeheuert. Schwimmwesten an und der Motor startet.

Wir fahren insgesamt etwas über eine Stunde und über ganze 5 Seen, die alle durch den River Loe verbunden sind. Von hier aus sieht man den Carrauntoohil, der mit stolzen 1041 m ü.M. der höchste Irlands ist. Vorbei am Eagle's Nest, wo vor einigen Jahren ein paar Adler wieder ausgewildert wurden und unter einer kleinen Brücke hindurch, bis hin zum Ross Castle. Die letzten Meter fährt Donal langsamer, damit wir und die vielen Amerikaner auf dem Boot die Aussicht und die Sonne noch etwas genießen können. Die näher kommende Ruine weckt in mir ein Gefühl des Ankommens, doch auch des Umkehrens. Ich möchte noch mal. Noch mal hinauf, noch mal hinab, noch mal auf die Seen, nicht mehr weg.



Charlie der Bootshund (Bild aus 2014)
Ich habe tatsächlich hier schon mal über die Gap of Dunloe geschrieben und hier kommt ihr zu allen Irland Posts, die es so von mir gibt. Und für alle Spotify Hörer unter euch! Ich höre beim Schreiben meiner Artikel übrigens ziemlich oft diese Playlist.

Einmal Schmerz süßsauer zum mitnehmen, bitte.

Ich glaube ja, dass der Mensch einen starken Selbstzerstörungsdrang hat, sagst du überzeugt zu dir selbst. Das ist dir gerade so aufgefallen, als du bemerkt hast, dass du glücklich bist und trotzdem irgendwas fehlt. Das Abenteuer ruft dich nicht, du verzehrst dich nicht nach ihm, du bist glücklich so, wie es jetzt gerade ist und das soll sich auch um Himmels Willen nicht verändern. Du bist unterwegs auf Konzerten, Lesungen und im Theater und hast trotzdem genug Zeit für dich und für das hier. Du liest Bücher, schreibst Artikel und Briefe, nimmst ein Bad und machst Sport. Du bist voll und ganz ausgeglichen, denkst du. Und trotzdem fehlt da eben was.

Du denkst an den Schmerz, den vergangenen und sehnst dich danach. Nach dem Sauren, das dir jedes Mal im Hals gebrannt hat wie Feuer, wenn du versucht hast den Klos runterzuschlucken, das dir eingeredet hat, es würde niemals besser werden, niemals vergehen, immer sauer bleiben. Und du sehnst dich nach dem Süßen, das du im Nachgeschmack bemerkt hast und dir immer versichert hat, es würde irgendwann besser werden, irgendwann vergehen, irgendwann wieder nur süß sein. Schmerz ist süßsauer. Und die süßsaure Soße vom Vietnamesen unten im Dorf hat dir schon immer gut geschmeckt.

Der Mensch muss einen riesigen Selbstzerstörungsdrang haben, denkst du. Wenn es dir doch gut geht, dann brauchst du doch keinen süßsauren Schmerz, der dich nicht atmen lässt und doch manchmal befreit. Du brauchst doch verdammt noch mal keine sauren Tränen, die dir die Wangen hinunterlaufen und auf deinem Schal ein bisschen verweilen, bevor sie abperlen oder einsickern. Und du brauchst auch verdammt noch mal keine süße Stimme in deinem Kopf, die dir sagt, dass bald alles wieder gut ist, weil eben alles verdammt noch mal gut ist.


A thousand days and the sun won't shine - Musik & Du. 012

 Die ersten Herbsttage zeigen sich von ihrer besten Seite. Wir stehen am Meer, beobachten die schwimmenden, fliegenden Möwen, spüren wie die Sonne uns die Rücken wärmt. Reden über heute und gestern, hören Kinder lachen, Eltern nach ihnen rufen, tanken die letzten Sonnenstrahlen.

Goldene Strahlen fallen durch einen Spalt zwischen meinen Vorhängen. Die Staubflocken tanzen zwischen Licht und Schatten und der Tee wartet frisch und heiß in der riesigen Tasse auf der Fensterbank. Der Kolter von IKEA reicht gerade so aus, die in Wollsocken eingepackten Füße noch ein bisschen zu wärmen. Mit der dicken Decke wäre es wieder zu warm.

Die Arme ineinander verhakt laufen wir die Straße entlang. Eigentlich ist es eine Allee, wenn man es so will, links und rechts von Bäumen geschmückt, so weit das Auge reicht, bis die Straße da hinten in eine andere übergeht. Die ersten gelben Blätter verlassen ihr Zuhause, fallen, tanzen, landen sanft auf der nassen Straße.



Go Solo stimmt mich auf den Herbst ein, auf die kalte Jahreszeit, auf die goldene Zeit, auf meinen geliebten grünen Schal und die Kuschelsocken auf dem Sofa, auf warmen Tee, heiße Schokolade, Kerzen und Dahlien. Ich vermisse den Sommer schon jetzt, keine Frage - doch was muss das muss, nicht wahr? Also machen wir das beste daraus.

Welches Lied stimmt euch auf den Herbst ein? Verratet es mir bis zum 29. September und schickt mir den Link unter den Themenpost. Moment mal... Was ist dieses Musik & Du. denn eigentlich? Hier findest du alle Informationen und die Übersicht der Themen aus dem letzten Jahr.

Inspireland: An der Küste entlang auf dem "Ring of Kerry" - Teil 2

Was mal ein französischer Zopf war, kann man nun nicht mehr erkennen. Ordentlich durchgeweht kehren wir von den Kerry Cliffs zurück und in dem kleinen Café am Fuße ein. Dort gibt es den leckersten Rhabarberkuchen, schwarzen Tee für die einen, Kaffee für die anderen und WiFi. Wer mich kennt, weiß dass ich eigentlich kein Kuchenfan bin, doch noch vom letzten Jahr wusste ich, dass dieser hier mir auf jeden Fall schmeckt!

Wer gar nicht genug bekommt, kann auf dem Ring of Kerry noch einen kleinen Ring, auf noch kleineren Straßen, direkt an der Küste entlang fahren. Um auf den Skellig Ring zu gelangen fahren wir einen unglaublich steilen Berg hinauf, auf dessen andere Seite wir müssen. Auf der Hälfte müssen wir schnell in eine der Buchte fahren und die Handbremse anziehen, denn das Auto, welches uns entgegen kommt, hat die Steigung wohl etwas unterschätzt. Aber das sind wir mittlerweile gewöhnt. Wir winken und fahren weiter nach oben. Hier oben erstreckt sich einer der weitesten Blicke, die ich auf unserer Reise hatte. Rüber bis Valentia Island, auf der anderen Seite Kilometer weit über die Küste und das Meer. Auch hier oben fegt der Wind so heftig durch unsere "Windjacken", sodass wir nicht lange verweilen und weiterfahren. Schließlich haben wir auch noch ein ganzes Stückchen vor uns.

An einem weiten Sandstrand machen wir Halt. Ich klettere über Steine und Trampelpfade nach unten, ein paar von den anderen nehmen lieber den langen Weg außen herum. Die Wellen sind riesig und bäumen sich weit vor uns hoch in die Luft. Diese Gewalt, diese Natur ist unbeschreiblich, unglaublich. Schneller als wir dachten, kommt uns das Wasser entgegen und wir müssen langsam weiter.

Den nächsten Halt machen wir in Waterville (irisch: An Coireán. Waterville ist vor allem für seine Geschichte mit Charlie Chaplin bekannt, der hier eine beträchtliche Zeit verbrachte. Zu seinen Ehren gibt es eine Statue am Wasser, ein Museum und ein riesiges Bild seiner bekanntesten Rolle an einer Hauswand verewigt. Waterville liegt zwischen dem See Lough Currane (irisch: Loch Luíoch) und der Ballinskelligs Bay. Ich lege mich in den Wind hinein und versuche voran zu kommen, doch das erweist sich als gar nicht so einfach. Hier verbringen wir eine ganze Weile, bummeln durch kleine Läden, bestaunen Häuser und die Wellen direkt daneben und gehen noch ein paar Vorräte für die Fahrt kaufen, bevor wir uns wieder auf den Weg machen.

Irgendwann kommen wir endlich an den Lamb's Head. Leider hat aber das Wetter einen Umschwung gehabt und es ist jetzt grau und regnerisch. Der Wind hat nachgelassen, doch aus dem tiefblauen Ozean ist eine graue Weite geworden. Trotzdem müssen wir hier entlang laufen. Vorbei an dem Reiterhof, dem Trailerpark und den Shamrock Häusern, bis zum Haus, das aussieht wie ein Schiff, das aus dem Berg ragt. Noch vor einem Jahr saß ich hier in Top, einer kurzen Hose und blickte auf türkisblaues Wasser, in dem ich später noch ein kleines Bad nehmen sollte. Und trotz der Dunkelheit, des Regens und der Kälte ist es doch ein wunderschöner Ort.

Auf dem Heimweg nahmen wir nicht den Weg über Kenmare, sondern die Straße direkt am Black Valley vorbei. Das Tal liegt mitten im National Park und gehört zu Gap of Dunloe, die so ziemlich mein Lieblingsplatz hier ist. Noch ein paar Bilder werden geknipst, Schafe gestreichelt und dann geht es ab nach Hause. Ich entscheide mich heute Abend nicht auszugehen. Dafür aber ein geliebtes Bulmers in der Jacuzzi Badewanne unseres Cottages. Wenn das kein Ausklang eines wundervollen Tages ist?

Im ersten Teil habe ich euch von einer gekrönten Ziege, Portmagee und windigen Klippen erzählt - erinnert ihr euch?

Travel: Brüssel - Part 1

Keine Stadt in Europa habe ich je so oft bereisen dürfen wie Brüssel. Die Stadt, welche viele nur als Sitz der Europäischen Union oder der NATO kennen, ist aber noch so viel mehr als das. Schon so oft habe ich hier meinen Eltern gedankt, dass sie Freunde von überall haben, doch dieses Mal geht der Dank an meine Tante, Mamas Zwillingsschwester. Denn nicht nur meine Mutter, auch sie ist schon weit gereist und hat Freundschaften in der ganzen Welt geschlossen. So auch mit Roger und Marie, die mit ihren zwei Töchtern in einem Vorort von Brüssel wohnen. Mit dem Auto sind es gerade mal 5 Minuten bis in die Stadt und nur 15 ins Zentrum.

Brüssel ist die Stadt, in der das Verfahren zur Herstellung von Pralinen erfunden wurde und somit hat der Flughafen den weltweit größten Umschlagsplatz für Schokolade. Zu welcher Jahreszeit wir auch nach Brüssel reisten oder unsere Freunde uns besuchen kamen, wir wurden stets mit einem Berg voll guter Schokolade begrüßt.

Das Atomium ist wohl das bekannteste Wahrzeichen Brüssels. Im Zuge der Weltausstellung 1958 wurde das Gebäude in der Form eines Atoms gebaut und zählt seit dem zu einem der faszinierendsten Sehenswürdigkeiten der Welt. (Von hier oben hat man eine tolle Aussicht!) Auf dem Grand Place steht das beeindruckende Rathaus. Hier komme ich immer wieder gerne hin. Beobachte das Treiben in einem gegenüberliegenden Café und komme zur Ruhe.


Das Atomium

So sieht es drinnen aus.

Und so wenn man raus guckt.

Rathaus

Twenty Years on Stage: Samy Deluxe + Gäste

Das war ein Fest, ein großes, buntes, lautes, grandioses Fest. Mit Lichtern und vielen Menschen, nicht nur im Publikum, sondern auch auf der Bühne. Am Samstag hat Mr. Übermensch Samy Deluxe himself sein 20 jähriges Bühnenjubiläum gefeiert, mit uns, Afrob, Megaloh, Torch, D-Flame, Absolute Beginner / Jan Delay, Curse, Dendemann, Max Herre und vielen mehr.Wie das war? Großartig!

Freitagmittag. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich mir morgen Abend einen ruhigen machen werde. Ich werde lediglich mein Ticket für Fabian Römer Ende September abholen, mich dann wieder zum Freund auf die Couch bequemen und eventuell ein bisschen Lichter am Hafen gucken gehen. Seit ein paar Stunden liegen wir eingemummelt vor dem Fernseher und fiebern bei der 3. und letzten Hannibal Staffel mit. "Maria fragt nach dir.", sagt Dominik irgendwann, "Wie sie fragt nach mir?" Ich krame nach meinem Handy. 5 verpasste Anrufe in Abwesenheit, 3 Nachrichten bei WhatsApp, eine bei Facebook. Ganz aufgeregt, weil ich denke, es ist irgendwas schlimmes passiert, schreibe ich eine Nachricht. Kurz darauf klingelt das Telefon wieder, Maria ist dran: "Was war denn los? Ist irgendwas passiert?" - "Rate mal wer morgen zu Samy Deluxe geht!?" Kurze Stille. "WIR? OH MEIN GOTT, MARIA ICH LIEBE DICH! Ehrlich? Wie coool, cool, cool." Was ich nicht wusste? Die gesamte Mit Vergnügen Hamburg Redaktion lauschte meinen Schreien. "Ach, es ist so schön, wenn du dich freust."


Also losgegangen am Samstag, viel zu dick angezogen, zur Feier des Tages Lippenstift auftragen, das erste Bier bei Maria geöffnet, durch den Stadtpark gelaufen, zur richtigen Zeit angekommen, mit einem Cider die ersten Takte hören. Und dann: Ein spitzen Intro, Samy auf der Bühne, Geschrei und kurz darauf schon der erste Gast: Megaloh. Und irgendwie hörte das gar nicht mehr auf. Als dann eine kurze ASD Einlage kommt, alle ausrasten, schauen wir uns an. Schon so viele da und das ganze Ding geht noch über anderthalb Stunden. Was kann da noch kommen?

Was da noch kommen kann? Das verrate ich euch gerne. Als wir gerade kurz etwas zu Essen geholt haben und ich die ersten Töne von der Bühne rüberschallen höre, weiß ich gleich wer das ist. Ich renne zurück, schnappe Maria und zieh sie mit, damit wir wieder Blick auf die Bühne haben. Gerade hört man die Stimme von Jan Delay und ein altes Beginner Lied ist im vollen Gange. Kann ja nicht noch besser werden, oder? Es sei denn Samy holt einfach noch Curse, Dendemann und Max Herre nacheinander auf die Bühne.


Wir sind geflasht. Über alle Maßen, sowas von und überhaupt. Nach einer kleinen (ziemlich langen) Reggea Einlage spielt dann Matteo Capreoli, der Bassist von Samy's Band ein paar Lieder und regt alle zum Mitsingen an. Schön ist das, aber ein bisschen langwierig. Nicht Matteo, nur der ganze Reggea Part. Aber weil danach einfach noch Dynamtie Deluxe (Heeeey Jaaaaau!) und ein weiteres Mal ASD ausgepackt wird, ist das gar nicht so schlimm, so kann man kurz Luft tanken und Cider nachfüllen.

Am Ende stehen alle zusammen auf der Bühne. Alle, das sind so viele Leute und alle liegen sich in den Armen, hier wird gebreakdanced, da werden Fahnen geschwungen und um uns herum umarmen sich die harten Typen, die eben noch stolz übers Kiffen gesungen haben. Hier ist gerade jeder Freund, jeder dabei, jeder Teil etwas ganz, ganz großem. Und das merkt man auch Samy Deluxe an. Emotional ist er und berührt, beeindruckt, ein bisschen überwältigt.


Bilder von Samy Deluxe via Hamburg.de
Gruppenbild via Ali As

Inspireland: An der Küste entlang auf dem 'Ring of Kerry' - Teil 1

Ich blinzle langsam und öffne schließlich die Augen, reibe mir den Schlaf aus dem Gesicht und drehe mich auf die andere Seite. Die große Fenster, die fast bis zum Boden gehen, werden schon nicht mehr von den Vorhängen verdeckt und durch das gekippte Fenster oben rechts strömt ein frischer Luftzug hinein. Es ist kühl aber das genieße ich morgens. Als sich meine Augen an das Licht gewöhnt haben, ich langsam wach werde, schaue ich aus dem Fenster und muss sofort lächeln. Vor mir erstecken sich die Purple Mountains. Nebelverzogen ruhen sie da. Immer wenn ich rausschaue kann ich sie sehen. Die Sonnenstrahlen die sich durch die Wolken gekämpft haben lassen die Bergspitzen für kurze Momente aussehen wie Könige. Ich springe aus dem Bett, mache mich fertig und frühstücke mit den anderen. Die Laune ist groß - heute geht es wieder auf den Ring of Kerry.

Der Ring of Kerry ist einer der beliebtesten irischen Wanderwege, eine ebenso beträchtliche Menge an Reisebussen findet man hier auch. Warum das so ist? Na weil er einfach wunderschön ist, entlang der Küste der Iveragh Halbinsel, vorbei an sensationellen Ausblicken, die alle paar Meter wieder komplett anders aussehen. Wir fahren dieses Mal mit 2 Mietwagen, halten überall an, wo wir wollen, die anderen kennen das ja alles noch nicht. Stehen, gucken, knipsen, atmen ein, steigen aus, saugen auf. Noch ist nicht ganz klar, wie viel wir wirklich schaffen werden, aber das wollen wir heute alles auf uns zukommen lassen. Vorbei an Killorglin, das schon festlich für die kommende "Puck Fair" geschmückt ist. (Ein jährliches Fest, bei dem eine Ziege gekrönt wird und früher eigentlich nur zur Verkupplung der Bauern der Umgebung diente.)

Das Wetter spielt mit und die Sonne lächelt uns hinter jeden Kurve an. Wir sehen tiefblaues statt graues Wasser und halten schließlich für einen kleinen Spaziergang in Portmagee. Direkt gegenüber sieht man Valentia Island, das man über eine Fähre oder die Brücke erreichen kann. Doch dieses Mal fahren wir nicht hinüber. In einem kleinen Laden erfahren wir, dass heute eigentlich "Bank Holiday" ist. Irland hat jedes Jahr 4 davon. Sie sind lediglich extra freie Tage, doch das gilt wohl nicht für die Tourismusbranche.

Von Portmagee ist es nicht mehr weit zu den Kerry Cliffs. Wir parken die Autos, bezahlen einen kleinen Obolus und laufen los. Etappenweise geht es nach oben und es wird immer schwieriger. Der Wind ist mittlerweile so stark, dass ich mich problemlos in einen Drachen verwandeln könnte, würde ich meine Arme ausbreiten. Doch der Ausblick lohnt sich. Bei strahlendem Sonnenschein brausen die großen, blauen Wellen den Klippen entgegen und zerbersten zu weißem Schaum, als sie sie erreichen. 

Das muss Freiheit sein, denke ich und schließe die Augen. Keine Musik in den Ohren, nur die Wellen, nicht einmal Möwen, nur die Wellen und den Wind. In der Ferne kann ich die Skellig Islands erspähen. Hier haben vor hunderten von Jahren Mönche gelebt. Auf den zackigen, spitze Steinen haben sie sich bloß von Fischfang und Handel ernährt. Heute kann man mit den Booten hinüber fahren, doch nur wenn das Wetter es erlaubt. Heute wird das wohl nichts.