Freundin

"Und jetzt weiß ich einfach nicht, was ich noch machen soll.", nuschelt sie. Hin und hergerissen erzählt sie seit einer halben Stunde von ihm. Er weiß nicht, dass er der auserkorene ist, aber er müsse es doch merken, meint sie. Noch mehr preisgeben will sie nicht, warten aber auch nicht. Es ist still geworden. Das letzte Lied der Playlist ist gerade verklungen und ein leichter Windzug lässt uns beide die Arme verschränken. Der Sommer ist auf dem Rückzug, denke ich und blicke vorsichtig zu meiner Freundin hinüber. Euphorisch, voller Wut und Motivation tippt sie sie Wörter in ihr Handy. Sicherlich die gleichen, die auch ich gerade zu hören bekommen habe. Wenn wir Frauen Liebeskummer haben, dann müssen wir das teilen. Immer. Aber irgendwie nie mit ihm. Nur mit den Freundinnen, die gut zureden wollen, Erfahrungen analysieren, sich an Momente erinnern, die so oder so ähnlich waren, die aufmuntern und mitlästern, sich aufregen wenn es gerade von Nöten ist und dir die Schulter anbieten, wenn du nicht weiter weißt.

Ich grabe meine Füße im Sand ein, während sie mir von dem Date der vergangenen Nacht erzählt. "Naja und dann hat er sich ganz nett verabschiedet und ist gegangen. Ich weiß auch nicht, irgendwie ist er ja so gar nicht mein Typ, das merkt man ja schnell." Ich nicke und bin insgeheim froh, dass ich das gerade nicht sagen muss. "Und morgen treffe ich mich dann mit Jakob in dieser einen Kneipe, von der ich dir erzählt habe, weißt du noch?", fragt sie und schaut neugierig zu mir herüber. "Mhm weiß ich noch, das wird bestimmt super!" Als hätte ich nichts gesagt, plappert sie gleich wieder drauf los. Welchen Cocktail sie unbedingt ausprobieren will und ob er wohl ein Gentleman ist, ihr die Tür aufhält, ihr den Stuhl ran zieht? Langsam hebe ich meine Füße wieder aus der gerade gegrabenen Grube hervor, die Sandkörner rieseln an ihnen herunter und legen sich wieder zu ihren Brüdern, liegen da als wären sie nie weg gewesen.

"Nein, nein so darfst du gar nicht denken!", ruft sie ins Telefon, sodass ich es ein wenig vom Ohr weghalten muss, damit es mir nicht abfällt, "Natürlich liebe ich ihn aber, hach... gerade ist es einfach anstrengend, verstehst du?" Die beiden sind noch nicht lange zusammen und trotzdem ist es ein ständiges Hin und Her. Die Honeymoonphase hatte gerade mal einen Monat angehalten. Einen Monat, in dem ich nichts außer Absagen von ihr gehört habe. Und dann, dann kann sie gar nicht genug von mir bekommen. Trifft sich lieber mit mir, um sich auszukotzen, weil er sie nie überrascht. Trifft sich lieber mit mir, obwohl er sie heute ins Kino eingeladen hat. "Mhm", murmle ich, "versteh ich!" Was soll ich sonst sagen?

Manchmal ist man auch Freundin obwohl man schon alles gesagt hat, sich nicht wiederholen möchte, weil es nichts zu sagen gibt und weil man manchmal nichts sagen will. Man will immer den perfekten, ultimativen Rat haben, will alles besser machen, den Schmerz und die Aufregung nehmen, aber man kann es einfach nicht immer. Manchmal ist man auch Freundin wenn man einfach zuhört, da ist. Wenn sie weiß, dass du da bist, sie anrufen, vorbeikommen, schreiben kann, wann immer sie es braucht.

Großstadt ist..

Großstadt ist WG Leben und zerknitterte Bettlaken, Väter die mit Kinderwagen joggen gehen und Mütter die mit ihren Schützlingen auf der Schanze flanieren gehen. Großstadt sind Hunde, die ihre Herrchen ziehen, Campus Suite in der Haspa haben, vergessen wann große Spektakel in der Innenstadt sind und in Menschenmassen untergehen. Großstadt sind Franzbrötchen zum Frühstück, Sonnenuntergänge auf Grillwiesen und überfüllte Busse an Spieltagen des HSV, Buddy Ogün im Jim Block treffen, abends die langen Kleider und dunkelblauen Anzüge aus der Oper rausgehen sehen. Großstadt ist jeden Tag eine riesige Auswahl an allem haben, nachts um 2 Wein über den Lieferdienst bestellen und Herzen, die in grau verstaubte U-Bahn Fenster gemalt wurden. Großstadt sind hohe Häuserfassaden und überall großartige Architektur, jeden Tag auf Entdeckungsreise gehen und wissen in welchem Stadtteil man was am besten bekommt. Großstadt sind Kreufahrtschiffe, die zum Anlegen die Star Wars Melodie Hupen und riesige Dampfer, die mal eben am Elbstrand an einem vorbeifahren, car2go und das Stadtrad, die besten Burger der Welt und eigene Brauereien. Großstadt sind zwei große Fußballvereine, an jeder Ecke ein Ticketshop und Flohmärkte an jedem Tag. Großstadt ist das Gefühl von Freiheit und immer machen, was man gerade will. Großstadt sind Sommerabende an der Elbe mit Blick auf die Skyline und den Hafen. Großstadt ist die Tür zumachen, wenn man seine Ruhe braucht, oder sich eben in den Park legen. Großstadt ist tiefer, weißer Schnee vor dem Planetarium und gemütliche Abende mit Wein oder Butterbeer Latte und den besten Menschen der Welt. Meine Großstadt ist Hamburg und genau hier will ich sein. Hier bin ich und ich bin angekommen.

Ein Jahr Hamburg, wisst ihr? Ein ganzes Jahr wohne, lebe, atme, lache, weine, tanze, arbeite, lese und schreibe ich hier schon. "Und immernoch so glücklich da?", fragte mich neulich eine Freundin, als ich mal wieder zu Besuch in der Heimat war. "Und wie. Ich könnte mir nicht mehr vorstellen, nicht hier zu wohnen. Das hier ist Zuhause, meine Großstadt, mein Großstadtjungle." Schon ein ganzes Jahr. Ein ganzes, kurzes Jahr.. CHEERS auf die nächsten drölf!

"Ihr seid viele und ihr seid schön!" - Castival, Hamburg Trabrennbahn

Wenn man bei strahlendem Sonnenschein schon mit gratis Zuckerwatte und Popcorn begrüßt wird, am Handbrotstand nur 3 Menschen in der Schlange vor die stehen und man schon beim Bier kaufen Casper in der Hand hält, dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen. "Vor 2 Tagen war hier Matsch, jetzt ist's trocken.", lese ich noch, ziehe meine "Schlappen" an, den abgestaubten Rock im Park Turnbeutel auf dem Rücken und ziehe die Tür hinter mir zu. Ich treffe mich mit niemandem, schlendere allein übers Gelände und suche mir den idealen Platz zum schauen. Ich habe beschlossen alleine aufs Castival zu gehen. Nicht, dass ich nicht alle Hebel in Bewegung gesetzt hätte um eine Begleitung zu finden, aber als ich da so sitze, den Mädels im Pikachu-Jumper zusehe und Pläne schmiede, wie ich Haftbefehl überstehen soll, weiß ich: es ist gut so wie es ist. Ich bin mit mir alleine, mit mir und meinen Gedanken, kann das Handy so oft rausholen oder eben in die Tasche stecken, wie ich will, kann lachen, springen und schief mitsingen wie ich will. "Seid ihr bereit für H - a - f - t zum Befehl?" - "Oh, um Himmels Willen NEIN!", murmle ich vor mich hin. Der schlaksige Capträger vor mir dreht sich um und grinst, ich grinse zurück und setze mich wieder zu meinem Bier. Alle stehen, ich sitze, ein guter Schutz. Zum Glück verstehe ich außer "Azzlack Baby" so gut wie nichts und die halbe Stunde ist schnell vergangen. Bei allem Respekt für Casper und so aber die Voracts hat er sich für die anderen Städte echt besser ausgesucht - Haftbefehl ist einfach nicht mein Ding. So gar nicht. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass er so ziemlich der einzige "Künstler" aus Hessen ist, für den ich mich einfach ständig fremdschäme.


Aber Thees Uhlmann, der war grandios. "Bahrenfelder Gefangenenchor" nennt er uns, versichert "Ja, ich tanze wirklich so!" und "Vor euch ein Konzert zu spielen ist ehrlich tausend mal besser, als sich Fler Interviews auf Youtube anzugucken." Ich lache laut und muss wieder an das Intro seines Auftritts denken. Knappe 20 Minuten nachdem sich Haft zum Befehl von der Bühne gewischt hat, ertönt das Game of Thrones Intro und die Band steigt ein - bitte was? Amüsierung hoch 10. Thees Uhlmann animiert die Leute, rockt die Bühne und interagiert mit dem Publikum - ich bin begeistert.


Ein bisschen warten, noch ein Bier holen und die Musik, die den Umbau überbrücken soll, wechselt plötzlich zu Endboss von Marteria. Wer schon einmal auf einem Casper Konzert war (2x) weiß, dass es jetzt gleich los geht. Die Indiana Jones Titelmusik, viel Geschrei, ein bisschen Gänsehaut und Ben springt auf die Bühne. Gefolgt von Pyrotechnik, Feuer, Rauchbomben und einem Grinsen während er an mir vorbei huscht, um seine Rapdinger auf dem Turm hinter mir hinzulegen. Es knallt, es glitzert, Mädchen schreien, Männer nehmen ihre Freundinnen auf die Schultern, Casper schwitzt, die Band schwitzt, wir schwitzen und sind glücklich. Zugeben muss ich, dass mich die Show nicht "krass geflasht" hat, aber dafür war sie doch einfach fast identisch mit der von letztem Jahr. Was aber der ganzen Sache keinerlei Abbruch getan hat und noch weniger langweilig gemacht hat. Es war toll, ich war glücklich und stieg drehte mich stolz mit Bändchen und Becher wieder um richtig Ausgang. Vor mir erstreckten sich watschelnde Menschenmassen, die versuchten nicht im Schlamm stecken zu bleiben. Vor der Bühne, da war alles gut, hinten bei den Ständen eher nicht so. Zweimal fast den Schuh verloren, über die Rennbahn zurück und zum Glück auf der leeren Seite des Bussteigs stehen.

Das war ein tolles vorzeitiges Geburtstagsgeschenk an dich selbst, sage ich mir und bestelle mir aus dem Bus noch schnell eine Pizza. Ich hab Grund mich ein bisschen selbst zu feiern.

Das was ich bin.

Ein bisschen komme ich mir langsam vor, wie ein Elefant, der über ein dünnes Spinnennetz balancieren soll. Ich stehe in der Mitte, das Netz wippt und ich weiß nicht recht, ob es nach links oder rechts gehen soll. Doch lieber nach oben oder unten? Das Spinnennetz ist die Bloggerwelt, der Medienwahn, eine Werbeplattform. Eigentlich sollte das Netz aus meinen Gedanken bestehen, meinen Gefühlen, doch wo ist die Abzweigung? Habe ich sie verpasst? Bin ich abgefahren und bin trotzdem in die falsche Richtung gegangen? Ich sitze, starre auf die Tasten, auf meinem Bett neben mir liegt mein Handy. Der Schrei von Chewbacca verkündet, dass mich eine neue E-Mail erreicht habe und ich reagiere sofort. Ein neuer Kommentar auf meinem Blog, heißt es, doch als ich das Fenster öffne steht da nur: "Schöne Fotos, die sehen echt toll aus. Meinen Blog findest du übrigens hier." Ich schließe das Fenster wieder, scrolle noch einmal kurz durch meinen Instagram Feed - völlig unberührt von dem "Kommentar" welchen ich soeben gelesen habe - und blicke wieder auf das MacBook. Das was ich jetzt gerne niederschreiben würde, kann ich nicht, darf ich nicht - will ich einfach nicht. Eine bestimmte Anzahl der Leser bedeutet auch weniger Privatsphäre, weniger Tagebuch-Gefühl, mehr dieses Ich-bin-jetzt-präsent-Gefühl, mehr dieses Meine-Freunde-und-Familie-lesen-mit-Gefühl und damit eben das, was ich ganz natürlich daraus schließt.

Ich höre auf meine Gedanken in dieses weiße Fenster hier zu schreiben. Manchmal verirren sich zwei, drei Sätze in einen Textblock, die nach einem weiteren Drüberschauen verscheucht werden, als gehörten sie nicht hier hin, als sprächen sie eine andere Sprache. Doch das tun sie nicht. Sie gehören genau so hier her, wie die Wörter, die ich übers Reisen schreibe, über die Musik und meine so selten gewordenen ironischen Texte. Sie waren einst das, was mein Internet-Ich ausgemacht haben, was viele von euch angelockt und überredet hat zu bleiben. Sie waren dieses Etwas, diese Persönlichkeit, Ehrlichkeit, Offenheit. Sie wollten alles sein und waren alles was ihr brauchtet, was ich brauchte, alles was es brauchte um dieses Spinnennetz "Blog" zu stützen. Was ihn erbaute, ihm die Wände und Decken strich, die Einrichtung in die richtigen Ecken stelle und die Zimmer voller Leben füllte.

Manchmal streife ich durch diese Räume, schalte die Lichter an und betrachte das Erschaffene. Wollte ich jemals irgendwas dergleichen erschaffen? Die Möbel in manchen Räumen scheinen noch so sauber, als hätte sich nie jemand darauf gesetzt oder sie gar benutzt. Doch wenn man genauer hinschaut, sieht man dass dort, wo sich Flecken von zu viel Rotwein befinden sollten, wo manche Stellen schon abgesessen sein sollten, dort ist eine kleine Folie gespannt, die das Möbelstück vor dem Verfall schützen soll, vor Fehlern, Patzern und zu ehrlichen Taten. Damit der oder die nicht mitbekommt, was gerade in mir vorgeht, in meinem Leben passiert.

Es ist unheimlich schwierig die Balance zu finden zwischen feuchtfröhlichen Abenden und sauberen Möbeln. Es ist unheimlich schwierig die Balance zu finden zwischen Das-dürfen-sie-wissen-das-kann-ich-mir-von-der-Seele-schreiben und Too-much-information. Ich will das nicht aus meinen Händen gleiten lassen. Das hier ist ein Teil von mir, das Schreiben meiner Gefühle, Gedanken, manchmal erfundenen Geschichten, die aus meinem Kopf über die Hände und die Tasten auf dieses weiße Feld hier wollen. Ich möchte nicht mehr, dass irgendeine Folie über meinen Texten gespannt ist, damit sich hier ja kein Fleck bildet. Das hier, das ist mein Feld, zwischen vielen anderen Feldern, die genau so von euren Gedanken gefüllt werden, von all den Wörtern, die euch über die Finger gleiten, all den Wörtern, die ihr für richtig haltet ins Spinnennetz zu weben. Lasst uns bitte nie wieder etwas anderes machen, keine Folien spannen, in keine verlockenden Fallen mehr tappen. Lasst uns bitte nur noch schreiben, wann immer wir es wollen.

Ich bin kein Medium für andere. Ich bin kein Elefant in diesem Spinnennetz und erst recht keine kleine, verirrte Fliege. Ich bin eine Spinne, die selber Fäden spinnt.

Inspireland: The colours of Dingle

 Hach Irland, wenn ich so überlege, zurückdenke natürlich fallen mir da die grünen Wälder Killarney's ein, die großen Seen und auch die Purple Mountains aber woran ich vor allem noch denke? An das kleine Hafenstädtchen Dingle. An seine bunten Häuser, die Pubs die von außen wie Tante Emma Läden aussehen, die verspielte Hafenbucht, die nachts immer so schön beleuchtet ist und an die Musik, die nirgends schöner war.

Ich habe hier schon über Dingle berichtet, habe euch von Fungie dem Delfin erzählt, von Dick Mack's und davon, dass Dingle irgendwie tatsächlich auch Streetart vorzuzeigen hatte. Dieses Mal verbrachten wir allerdings nur eine Nacht dort. Natürlich wieder im Dingle Heights mit dem fabelhaften Ausblick. Von hier aus namen wir wieder den Slea Head Drive bis zum Dunquin Pier, ich trank mein erstes Bulmers im Courthouse Pub und lauschte den Klängen von Tommy O'Sullivan's Gitarre.


An einem anderen Tag haben wir uns ins Auto gesetzt und sind von Killarney los gefaharen, an Inch vorbei, bis nach Dingle. Wir hatten Sehnsucht, es war Familienzeit und wir wollten die Sonne und das Wetter genießen, die Stadt genießen. Diesmal war es nicht reisen, entdecken, neugierig sein. Diesmal war es ankommen und genießen. Zurückkommen, Wege kennen.

Ich aß einen der besten Burger überhaupt im Marina Inn, das beste Eis aller Zeiten bei Murphy's und holte mir einen erneuten Zuckerschock bei Harrington's mit einem frittierten Snickers. Ich entdeckte noch mehr Streetart, noch mehr Schönheit und kaufte mir im Music Shop eine CD von Walking on Cars, der Band die direkt aus Dingle kommt. Wisst ihr noch? (klick, klick) Ich nahm mir eine Auszeit, beobachtete Schiffe und Möwen, zwei Mädchen, die einen Felsen als Fotokulisse erkoren hatten und dachte nach. Über dich und über mich, über das was war, das was kommt und das was ist.


Und sonst so, Maribel?

Ich denke noch jetzt nach. Über das hier, diesen Blog und sein Umfeld. Darüber was er geworden ist, was er noch werden kann. Was ich für ihn möchte und vor allem was nicht. Weil ich zu wenig schreibe, was ich denke, weil ein bisschen was davon verloren gegangen ist, was es einst hieß und weil ich nicht will, dass es geht. Und deswegen wird es wieder mehr Worte geben hier und in mir. Mehr das, was mich und meinen Blog einst ausgezeichnet haben, das persönliche, doch nicht zu viel.

Musik & Du. 011 - Mit neuen Freunden im Sommerregen tanzen


"So ist das eben.", sage ich zu mir selbst, "Manchmal hat man einen festen Plan, eine genaue Vorstellung davon, wie etwas zu sein hat, sein soll, sein muss und plötzlich taucht jemand in deinem Leben auf, der diesen Plan, dieses Vorhaben komplett umwirft, dir die Hand reicht und alles ein bisschen besser macht. Besser als du es dir vorgestellt hast." So ist das mit neuen Freunden, die man eigentlich gar nicht gesucht hat, aber bei denen man doppelt so froh ist, dass man sie gefunden hat. Unter 1,7 Millionen Menschen, die in Hamburg leben, war es früher oder später glasklar, dass man sich treffen musste.

Einer von diesen Menschen ist Yvonne. Und Yvonne zeigt mir in der letzten Zeit so viel tolle Musik, dass ich gar nicht mehr weiß wohin damit. Und so war es auch wieder mit dem Thema für den Musik & Du. August. Ich gebe zu, ich hatte keinen großen Plan. Nur einen kleinen: Ein Thema zu finden und zwar schnell. Weil ich überfordert war zwischen packen und posten, verabschieden und begrüßen. Und so hab ich das erstbeste Thema genommen, das mir in den Sinn kam. "Wenn du dein iTunes durchforstest, findest du schon das passende Lied.", dachte ich mir. Doch als Yvonne vor ein paar Tagen dieses Lied postete, war ihr sicherlich nicht bewusst, dass genau dieses Lied meinen Plan schlagartig ändern würde.

Wenn ich "Bring mir das Meer" höre, wünsche ich mir einen Sommerregen. Nicht weil der Text besonders gut dazu passen würde oder das Wort Sommerregen darin vorkäme (kommt nich vor), sondern einfach weil es ein Gefühl auslöst, das Gefühl von Sommer und von Freude. Sommerfreude ist auch eigentlich nichts anderes als ein anderes Wort für Sommerregen. Liebe Yvonne, zauberst du uns noch einen Sommerregen für Dienstag? Dann können wir zusammen darin tanzen.








Verratet auch ihr mir euren Sommerregen Song bis zum 30. August und erweitert die Musik & Du. Playlist für diesen Monat. Alle Infos über das Projekt findest du hier.

Inspireland: And suddenly I was driving on the right-hand side of a street that is way too big..

Wisst ihr, das Heimkommen ist immer so eine Sache. Man ist noch gar nicht wieder richtig angekommen mit dem Kopf, den Gedanken, dem Herzen und schon fährt man auf der falschen Seite, auf viel zu großen Straßen - eben war es doch noch umgekehrt. "Hol noch einmal ganz tief Luft. Saug sie tief ein." sage ich zu mir selbst, allein schon um nicht wieder Panik beim Starten zu bekommen. Ich mache die Augen zu und schalte den Musik Player meines Handys ein. An mir ziehen grüne Hügel vorbei, weite Seen, kleine Boote, 2 einhalb Liter Bulmers und strahlender Sonnenschein in der Bucht von Dingle.

Ich öffne die Augen und sitze wieder hier. Am großen Tisch im Wohnzimmer meiner Mutter, starre auf meinen Bildschirm und weiß nicht wo ich als ersten anfangen soll bei den insgesamt über 850 Bildern und Videos von 6(!!) Leuten inklusive mir. (Und davon habe ich den ersten Schwung, doppelt und dreifache Motive schon aussortiert.) Ich weiß nicht wo ich anfangen soll, euch zu erzählen. Gehe ich nach Städten? Oder nach Tagen? Nach Orten oder Erlebnissen? Und eigentlich bin ich noch gar nicht wieder richtig zurück.

Auch die nächsten Tage werde ich zusammen mit meinem Freund in der Heimat verbringen, meine Braut treffen, am Steinbruch die Sonne genießen und Freitag das Heimspiel von OK KID auf dem Stadtfest genießen. Spätestens wenn am Montag die Arbeit wieder beginnt, bin ich wieder da, kann ich mich wieder konzentrieren und euch ausführlicher berichten. Doch vorher werden es wohl ein paar erste Impressionen auch tun müssen.


Männergeschichten: Hilfe, meine Freundin bloggt!

Hallo erst einmal! Ich bin wieder da. Mehr oder weniger erholt, an Erfahrungen und vor allem an Bildern reicher. Natürlich mach ich mich die Tage gleich dran alle Bilder zu sortieren um euch von meinem kleinen Abenteuer zu erzählen. Da dieses Mal Bilder von 6(!!!) Personen inklusive mir zusammen gekommen sind, hab ich da noch einiges vor mir. Aber nun erst einmal weiter im Programm.

Als ich euch davon erzählt habe, dass Blogparaden nichts für mich sind, weil die ja meistens immer was mit Beauty und so zu tun haben, hätte ich niemals erwartet, dass ich innerhalb weniger Monate nun schon bei meiner 3. Parade teilnehmen werde. Ich finds verrückt, ihr auch? Eigentlich ist es das gar nicht, aber das Thema dieses mal ist es ein bisschen.

Heute übernimmt mein Freund mal das Steuer hier. "Dein Freund?" - Jap, eben der. Wie ist es eigentlich so für den Partner, wenn die Freundin einen Blog hat? Komisch? Okay? Aufregend? Manchmal ein bisschen anstrengend vielleicht. Aber das wichtigste? Er steht hinter mir.


Bild von davidivjak

"Hilfe meine Freundin bloggt, oder “Die Welt ist aus Zuckerguss”. Ich kenne Maribel jetzt schon seit mehr als 4 Jahren. Damals hatte sie einen kleinen Blog, in dem sie über dies und jenes, über Belangloses und weniger Belangloses geschrieben hat (da waren wir noch nichts zusammen). Das war sogar meistens sehr erheiternd und interessant zu lesen und ich konnte erfahren wie es bei ihr zur Zeit aussieht; was sie beschäftigt. Mit der Zeit wuchs ihr Blog und auch ich hatte mehr und mehr Kontakt mit anderen emotionalen Ergüssen im Internet in Form von Lifestyle, Reise, .. BlaBlubBlogs. 

Und bei dem was ich da gesehen und erlebt habe wünsche ich mir langsam, man hätte diesen ganzen Mist gar nicht erst erfunden! Hardcore-Bloggen aus meiner Sicht: Ich zeige dir 0,01% von meinem eigentlich stinknormalen Leben und blase es auf bis es mir selbst schon unangenehm ist! Dazu noch die oft komplett inszenierten Fotos für die man auch gerne mal stundenlange Fotoshootings im Park veranstaltet, nur um dann von seinen Leserinnen und Lesern regelrecht beneidet zu werden. Doch das ist nicht echt! Die Künstlichkeit bleibt verborgen und wirkt als sei wirklich alles perfekt.


Die Gefahr dadrin sehe ich, dass dadurch das eigene Selbstwertgefühl stark sinken kann, wenn der Gedanke kommt, dass alle um mich herum besser, schöner, glücklicher sind. Und dann noch diese Leserinnen und Leser, die sich den Kram durchlesen (vielleicht noch nichtmal das) nur um dann drunter zu kommentieren: Mein Blog findet ihr übrigens da und da. Da denk ich mir doch, dass es ihr/ihm eigentlich scheiß egal ist und man sich nur selbst vermarkten will. 

Um aber mal wieder auf Frau Skywalker zurück zu kommen: Zum Glück hält sich das Schreiben und Lesen bei ihr komplett im Rahmen und ich bekomme nur manchmal den Satz zu hören “Du Schatz heute Abend muss ich noch einen kleinen Text schreiben, wir sehen uns morgen.” Versteht mich nicht falsch, ich finde es ein sehr interessantes und kreatives Hobby und freue mich, dass sie so sehr Gefallen daran hat, solange das ganze auch nur ein überschaubares HOBBY bleibt werde ich sie auch dabei unterstützen und kann auch mal bis morgen warten bis der Text geschrieben ist. Doch für mich wäre dieses ganze Bloggen nix; mein Leben ist bestimmt viel zu langweilig und ich müsste es künstlich aufblasen… obwohl Moment mal!"


Auf einmal war ich Redhead, ups

Ehrliche Worte und beinahe gar nicht so romantisch, wie bei den anderen Mädels, was? Thihi, aber das macht es auch. Er ist ehrlich, sagt mir was er von diesem und jenen hält, unterstützt mich, indem er Videos (wie zum Beispiel das hier für PhotoLove) dreht und hört sich brav die Geschichten über andere (für ihn unbekannte) Blogger an. Und dafür (kommt das wolltet ihr doch alle lesen, oder) liebe ich ihn einfach noch ein bisschen mehr, jedes Mal. Zugegeben, ein Post über den Freund ohne das Wort 'Liebe' ist halt auch einfach nicht drin.

Und jetzt genieße ich noch meine letzten Tage in der Heimat, bevor es endlich wieder zu eben dem Lieblingskerl geht und wir meinen Urlaub noch ein bisschen im sommerlichen Hamburg ausklingen lassen.

Das ganze war übrigens eine Idee von der lieben Lisa - wirklich mal ein super interessantes Thema, finde ich. Vielen Dank dafür. Für das Banner, über das ihr übrigens ganz einfach zu den einzelnen Blogs kommt, muss ich mir einfach nochmal selbst auf die Schulter klopfen, ich bin immer noch begeistert, dass ich sowas hinbekomme, haha. Morgen steht dann noch Carry oder besser gesagt ihr Freund im Spotlight - es war schön mit euch, Mädels!